Lieber klopfen statt kratzen

Handekzem: Umschläge mit Schwarztee lindern den Juckreiz

dpa
Trockene Haut und Ekzeme an den Händen: Nur mit lauwarmen Wasser waschen.
(Andrea Warnecke/dpa/tmn)

Wer schuppig trockene Haut oder gar ein Ekzem an den Händen hat, dem macht oft quälender Juckreiz zu schaffen. Um die Beschwerden dann nicht noch weiter zu verstärken, sollten Betroffene sich nicht mit den Fingernägeln kratzen, sondern die Haut lieber sanft reiben, klopfen oder massieren.

Für kurze Zeit angelegte, feuchte Umschläge, etwa mit schwarzem Tee, mildern den Juckreiz ebenfalls, erläutert der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVVD) in Berlin. Entspannungsübungen oder auch kreative Beschäftigung für die Hände können vom Kratzen abhalten. Die Betroffenen sollten ihre Hände auch möglichst nur mit lauwarmen Wasser waschen. Wichtig ist zudem, dass sie etwaige Hautschuppen nicht abziehen und Bläschen nicht aufstechen. Gegen nächtliche Juckattacken hilft das Tragen von Baumwollhandschuhen.

Unsere Hände sind unser wertvollstes Werkzeug - im Alltag wie im Beruf. Doch wer an einem Handekzem leidet, möchte seine geröteten, schuppigen Hände oft am liebsten verstecken. Die entzündete, rissige Haut schmerzt bei jedem Handgriff, das Jucken lässt viele Betroffene Tag und Nacht nicht zur Ruhe kommen. Schreitet die chronische Hauterkrankung fort, kann sogar der Job gefährdet sein. Konsequente Behandlung unter der Regie eines Hautarztes ist daher unerlässlich. Verordnete Maßnahmen zur Behandlung sollte man demnach auch unbedingt konsequent einhalten.

Cremen statt kratzen

Basis sei ein konsequenter Hautschutz und eine an das Hautbild angepasste Pflege. Die erkrankte Haut wird mit Cremes oder Salben behandelt, die Kortison oder andere entzündungshemmende Substanzen enthalten. Klingen die Hautveränderungen ab, bessern sich meist auch Juckreiz und Schmerzen.

WICHTIG: Fängt man eine Behandlung frühzeitig an, sind die Heilungschanchen deutlich besser als bei spätem Therapiebeginn!

Praktische Tipps, wie Sie Ihre Haut wirksam schützen

  • Handelsüblichen Mehrweghandschuhe aus Gummi mit langen Stulpen sollten idealerweise mit Baumwolle ausgekleidet sein, Dann schwitzt die Haut weniger und kommt nicht direkt mit der Gummierung in Kontakt.
  • Wer zu schwitzenden Händen neigt, sollte zusätzlich Baumwollhandschuhe drunter tragen, die in jeder Apotheke erhältlich sind.
  • Das Putzwasser sollte lediglich Körpertemperatur haben, um die Schwitzneigung zu verringern.
  • Während des Putzens empfiehlt es sich, Handschutzcreme aufzutragen, nach dem Arbeiten sollte man Pflegecreme verwenden.
  • Für Menschen mit Latex-Allergie gibt es im Handel Mehrweghandschuhe aus Vinyl oder Nitril.

Häufige Auslöser: Wasser, Seife und Gummihandschuhe

Ekzeme an den Händen bekommen beispielsweise Krankenschwestern, Reinigungskräfte, Friseure und Bauarbeiter. Denn die Auslöser für Hautirritationen  sind häufig Wasser und Seife, oder Gummihandschuhe und Desinfektonsmittel. Darüber hinaus führen aber auch Metalle, Klebstoffe, Zement, Farben und Gerbstoffe zu juckenden Hautausschlägen. Häufige Auslöser eines Kontaktekzems sind Nickel, Latex, Duftstoffe oder Perubalsam, ebenso Wollwachs, Kolophonium, Formaldehyd und Konservierungsmittel.

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Kein direkter Kontakt mit Gummi: Schützen Sie die Haut Ihrer Hände wie ein empfindliches Pflänzchen!
Getty Images/iStockphoto
Quälende Brüder: Juckreiz und Schmerz

„Juckreiz (Pruritus) und Schmerz sind eng miteinander verwandt“, erklärt Prof. Sonja Ständer, Leiterin des "Kompetenzzentrums Chronischer Pruritus" am Universitäts-Hautklinikum Münster. Es gibt zwar spezielle Nervenbahnen, die nur die Signale für Jucken oder nur die für Schmerzen von der Haut an das Gehirn leiten. In jüngster Zeit konnten jedoch Nervenfasern in der Haut nachgewiesen werden, die sowohl für das Empfinden von Jucken als auch von brennenden Schmerzen zuständig sind. Und solcher Juckschmerz ist eine für das Handekzem typische Mischempfindung.

Autor: Lifeline Redaktion / ah
Letzte Aktualisierung: 21. Oktober 2011
Quellen: HautInform, hrsg. vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVVD), Oktober 2011 dpa, 21.10.2011

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