Erste Hilfe

Behandlung von Narben

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Narben-Behandlung mit Silikon oder operativen Verfahren.
(c) Stockbyte

Narben hat wohl jeder Mensch. Manchmal entstehen allerdings Narben, die den Betroffenen kosmetisch stören oder auch Beschwerden verursachen. Doch gibt es Mittel und Möglichkeiten, diese Entwicklung zu bremsen.

Narben können jucken und spannen, aber auch ästhetisch stören, wenn sie wulstartig, eingesunken oder als Wucherung erscheinen. Die optimale Narbe ist blass, kaum zu erkennen, liegt weder höher noch tiefer als die sie umgebende Haut und macht keine Beschwerden.

Weniger optimale Narben können gerötet sein, jucken, schmerzen, spannen oder die Beweglichkeit einschränken. In ästhetischer Hinsicht springen Narben mitunter regelrecht ins Auge. So gibt es

  • wulstartige (hypertrophe) Narben oder
  • eingesunkene (atrophe) Narben, die tiefer liegen als die sie umgebende Haut. Weitere mögliche „Narbenmissbildungen“ sind die sogenannten
  • Keloide (Wucherungen).

Viele Menschen mit missgestalteten Narben, vor allem im Gesicht oder anderen sichtbaren Hautbereichen, empfinden diese als kosmetisch sehr störend. Bei manchen Betroffenen können Selbstbewusstsein und Lebensqualität dadurch erheblich leiden.

 

Ursache der Narbenbildung

Narben bilden sich nach Hautverletzungen, die bis in die tieferen Hautschichten reichen. Durch unangemessene Bindegewebsproduktion können mitunter wulstartige, eingesunkene oder wuchernde Narben entstehen. Narben entstehen, wenn Verletzungen über die oberste Hautschicht hinaus in die unteren Schichten hineinreichen. Die Haut kann den Substanzverlust nicht mehr vollständig ausgleichen, sie bildet sozusagen ein „Ersatzgewebe“ aus Bindegewebe mit eingeschränkter Funktion. So ist Narbenhaut weniger belastbar und empfindlich als normale Haut, zum Beispiel können Schmerz- und Temperaturempfinden gestört sein.

Narben sind das Endstadium der Wundheilung und bleiben dauerhaft bestehen. Sie bilden sich heraus nach Hautverletzungen, beispielsweise durch chirurgische Eingriffe, Verbrennungen sowie Unfälle oder Entzündungen, unter anderem bei Akne.

Auffällige Narben können durch eine unangemessene Bindegewebsproduktion entstehen. So liegt einer wulstartigen oder hypertrophen Narbe eine überschießende Bindegewebsbildung zugrunde. Eingesunkene, sogenannte atrophe Narben können entstehen, wenn zu wenig Bindegewebe hergestellt wird. Keloide sind gutartige Bindegewebswucherungen, die über die Fläche der eigentlichen Narbe hinausreichen können. Dem liegen unterschiedliche Ursachen zugrunde. So können bei großflächigen Verletzungen oder Wundinfektionen Wundheilungsstörungen resultieren, die letztlich zur Bildung auffälliger Narben führen. Auch Zugkräfte oder andauernde Spannung im Bereich der Wunde sowie mechanische Einflüssen (scheuernde Kleidung) können die Entstehung unschöner Narben begünstigen. Eine weitere Ursache kann erbliche Veranlagung zu übermäßiger Narbenbildung sein.

Behandlung von Narben

Für Behandlung und auch Vorbeugung unschöner Narben steht eine breite Palette von Möglichkeiten zur Verfügung. Diese reichen von Gelen über Laser bis hin zu Operationen. Zur Pflege von „frischen“ Narben nach Operationen und Verletzungen bieten sich Narben- und Silikongele, Silikongelfolien oder Wundsalben an, die zum Beispiel Dexpanthenol enthalten oder Gel-Kombination aus Heparin, Zwiebelextrakt und Alantoin. Sie sorgen dafür, dass die Narbenhaut nicht austrocknet und elastisch bleibt und beugen damit einer Narbenmissbildung vor. Vorbeugend wirken auch andere Maßnahmen wie das Meiden starker Temperaturreize, wie durch Sauna, Solarium oder starke Kälte, auch das Meiden scheuernder Kleidung zählt dazu.

Silikongele und Silikongelfolien werden auch zur Behandlung von hypertrophen, also wulstigen Narben und großflächigen Wucherungen (Keloiden) eingesetzt. Die Folien sollen mehrere Stunden pro Tag auf der entsprechenden Narbe bleiben. Sie „wässern“ (Hydratation) das Narbengewebe, unterbinden so die Durchblutung und vermindern damit die Kollagenproduktion.

Eine andere Therapiemöglichkeit ist das Einspritzen von Kortison in das Gewebe hypertropher Narben oder von Keloiden, wodurch unter anderen die Herstellung von Bindegewebe behindert wird. Auch die Kälte- oder Kryotherapie bietet sich zur Behandlung störender Narben an, so zum Beispiel die Vereisung des Narbengebiets mit speziellen Sonden oder durch Besprühen mit flüssigem Stickstoff.

Bei Menschen mit großflächigen Verletzungen durch Verbrennungen oder von denen bekannt ist, dass sie zu einer „überschießenden“ Narbenbildung, das heißt von hypertrophen (wulstartigen) Narben oder Keloiden, neigen, kommt eine sogenannte Kompressionsbehandlung infrage, um die Entstehung dieser Narbenmissbildungen zu vermeiden. Dabei erhalten die Betroffenen auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Kompressionshemden oder -strümpfe, die gezielt Druck auf den Narbenbereich ausüben. Dadurch wird die Sauerstoffversorgung des Gewebes in diesem Bereich unterbunden und die Bildung von Bindegewebe (Kollagen) geht zurück. Die Druck- oder Kompressionsbehandlung sollte mindestens ein halbes Jahr dauern.

Weitere Methoden der Narbenbehandlung sind Laser- und chirurgische Verfahren. So lassen sich eingesunkene (atrophe) Narben im Gesicht mit bestimmten Lasermethoden behandeln. Zu den operativen Verfahren gehören unter anderem die komplette Entfernung von auseinanderklaffenden oder auch atrophen Narben, das „Herausstanzen“ kleiner und tiefer Narben oder das „Abschleifen“ der obersten Hautschichten (Dermabrasion). Bei eingesunkenen Aknenarben greifen Mediziner mitunter auf das „Chemical Peeling“ zurück. Dabei tragen sie Trichloressigsäure auf die Narben auf, wodurch sich die oberste Hautschicht löst. Andere Optionen zur Narbenbehandlung sind das Einbringen von natürlichen Substanzen (Biomaterialien) wie Hyaluronsäure, Eigenfett oder Kollagen in den Narbenbereich.

Welche Therapie der Arzt einsetzt, hängt von verschiedenen Faktoren wie Art, Ort oder auch Ursache der Narbe ab. Es können auch mehrere Behandlungsmöglichkeiten miteinander kombiniert werden.

Rezeptfreie Medikamente gegen Narben

Narben-, Silikongele oder Wundsalben sind in Apotheken erhältlich. Sie können helfen, die Ausbildung auffälliger Narben zu verhindern. Narben, die nach Operationen oder Verletzungen entstehen, können in vielen Fällen von den Betroffenen selbst behandelt werden. Dazu eignen sich sogenannte Narbengele, die in Apotheken erhältlich sind. Diese können Zwiebelextrakt (Extractum cepae), Campher, Heparin und/oder Allantoin enthalten. Zu den in Deutschland am häufigsten verwendeten Kombinationen zählt die Verbindung von Extractum cepae, Heparin und Allantoin. Narbengele sollen besonders bei „frischen“ Narben wirksam sein. Sie wirken antientzündlich und dämmen die Bildung von Bindegewebe ein. Außerdem lindern sie den Juckreiz und halten das Narbengewebe elastisch. Die Behandlung dauert drei bis sechs Monate, wobei der Narbenbereich zwei- bis dreimal täglich mit dem Gel vorsichtig eingerieben werden sollte

Auch Silikongele oder Silikongelfolien können in der Apotheke erworben werden. Sie führen dem Narbengewebe Wasser zu (Hydratation) und hemmen letztlich die Kollagenproduktion. Wundsalben, die Dexpanthenol enthalten, sind ebenfalls in Apotheken erhältlich, sie lindern unter anderem den Juckreiz.

Moderne Narbenbehandlung

Ein Überblick über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten von Narben.

ApothekenPunktDe via YouTube

Eine ausführliche Beratung durch den Apotheker oder auch den Arzt kann helfen, die im individuellen Fall geeignete Behandlung zu finden. Prinzipiell gehört die Therapie atropher und hypertropher Narben sowie von Keloiden in die Hände eines erfahrenen Arztes.

Narbenbehandlung bei Mutter und Kind

Auch bei Kindern hängt die Wahl der Narbenbehandlung von Faktoren wie Art, Ort und Ursachen der Narben ab. Das Therapiespektrum umfasst dabei verschiedene Möglichkeiten, die auch kombiniert werden können. Prinzipiell können Narbenmissbildungen bei Kindern mit ähnlichen Methoden wie bei Erwachsenen behandelt werden. So lassen sich Verbrennungsnarben ebenfalls mit einer Druck- oder Kompressionsbehandlung therapieren. Bei Bindegewebswucherungen (Keloiden) bieten sich unter anderem Silikongelfolien oder -platten an. Auch bei Kindern sollten diese bis zu zwölf Stunden pro Tag auf der Narbe verbleiben, die Behandlung dauert insgesamt zwischen zwei bis sechs Monaten. Eine andere Option, Keloiden sowie auch kleineren wulstartigen (hypertrophen) Narben beizukommen, sind Kortisonspritzen. Letztlich besteht auch die Möglichkeit, Narbengewebe operativ zu entfernen.

Wann zum Arzt

Auffällige wie wulstartige oder eingesunkene Narben sollten von einem Arzt behandelt werden. Während die Pflege unauffälliger Narben durchaus von den Betroffenen selbst vorgenommen werden kann, empfiehlt es sich bei eingesunkenen (atrophen) oder wulstartigen (hypertrophen) Narben sowie Bindegewebswucherungen (Keloiden) sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern einen Arzt aufzusuchen. Diesem stehen verschiedene Behandlungsoptionen zur Verfügung, die in Abhängigkeit von Faktoren wie Art, Lokalisation oder Ursache der Narbe zur Anwendung kommen.

Zeigen sich Hinweise auf eine Entzündung der Narbe wie Rötung, Schwellung oder Wärme, sollte ebenfalls ein Arzt aufgesucht werden.

Autor: Springer Medizin
Letzte Aktualisierung: 11. Dezember 2013
Quellen: Deutsche Dermatologische Gesellschaft – derma.de: Hauterkrankungen – Akne – Fragen und Antworten: Können Akne-Narben auch wieder weggehen?
 Konrad H, Wollina U: Narbenmanagement – zwischen Wunsch und Wirklichkeit. hautnah Dermatologie 2004: Ausgabe 4: 188-191 
Arbeitsgemeinschaft ästhetische Dermatologie und Kosmetologie e.V.: Narben brauchen Geduld 
Schmidbauer U, Rieck B: Silikon oder Kompression? Narbenbehandlung bei Kindern. Pädiatrie hautnah 2004: Ausgabe 2: 86-89

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