Heilpflanze in Hustensaft, Tee und Salbe

Spitzwegerich wirkt nicht nur gegen Husten

Der unscheinbare Spitzwegerich enthält Stoffe, die innerlich und äußerlich wirken – als Spitzwegerich-Tee und als -Salbe. Was alles in dem Heilkraut steckt und wie man selber ganz einfach Spitzwegerich-Hustensaft machen kann, zeigen wir hier.

Spitzwegerich
Spitzwegerich, vor allem als Tee oder Sirup, ist ein bekanntes Hausmittel bei Husten.
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Er ist genügsam und wächst am Wegrand – daher auch sein Name Spitzwegerich. Die botanische Bezeichnung lautet Plantago lanceolata und bedeutet übersetzt so viel wie speerförmige Fußsohle. So ähnlich sehen die Blätter der krautigen Pflanze auch aus. Eine weitere Bezeichnung für die Heilpflanze ist deshalb auch Spießkraut.

Spitzwegerich war bereits im antiken Griechenland und dem römischen Reich verbreitet und galt damals schon als Mittel gegen alle Formen von Husten.

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Steckbrief Spitzwegerich: Die Heilpflanze im Kurzporträt

Ursprünglich wuchs Spitzwegerich nur in Europa und im Mittelmeerraum. Heute hat sich die robuste, krautartige Pflanze beinahe weltweit verbreitet. Sie wird bis zu 50 Zentimeter hoch. Die Wurzel kann mindestens ebenso lang in die Erde ragen.

Typisch für Spitzwegerich sind die länglichen Blätter mit deutlichen Blattrippen. Die Pflanze trägt an ihren kahlen, leicht behaarten Stängeln Blütenähren. Um sie sind die kleinen, weißen Blüten kreisförmig angeordnet. In der eiförmigen Blütenkapsel reifen sechs bis zwölf hellbraune Samen.

  • Blütezeit: Mai bis September

  • Für Heilzwecke verwendete Pflanzenteile: vor allem das Kraut mit Blättern, aber auch Wurzeln und Samen

  • Beste Sammelzeit: Für das Spitzwegerichkraut Mai bis August, für die Wurzeln August bis Oktober. Wer selbst sammeln möchte: Am besten nur Spitzwegerich nutzen, der nicht an viel befahrenen Straßen wächst oder an Plätzen, die gerne von Hunden aufgesucht werden.

Spitzwegerich – Inhaltsstoffe und deren Effekte

Spitzwegerich enthält folgende natürliche Substanzen:

  • Schleimstoffe legen sich wie ein Schutzfilm über die Schleimhaut von Mund, Rachen sowie Magen
  • Gerbstoffe wirken zusammenziehend (adstringierend)
  • Kieselsäure verbessert die Funktion der Schleimhäute
  • Iridoide (sekundäre Pflanzenstoffe, darunter Aucubin und Catalpol) wirken als natürliches Antibiotikum gegen Infektionen
  • ätherische Öle lockern festsitzenden Schleim in den Bronchien und helfen beim Abhusten

Tipp: Die meisten wertvollen Inhaltsstoffe, vor allem Aucubin, finden sich in den jungen Blättern von Spitzwegerich.

Spitzwegerich gegen Husten, Verstopfung und Wunden

Entsprechend den verschiedenen Inhaltsstoffen und ihrer Wirkung wird Spitzwegerichkraut in der Phytotherapie sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet. Innerlich ist Spitzwegerich ein bewährtes Hausmittel bei:

Äußerlich wird Spitzwegerich in der Naturheilkunde angewendet bei:

So lassen sich etwa kleinere Hautverletzungen unterwegs, zum Beispiel beim Wandern, mit dem Helfer am Wegesrand erstversorgen: Dazu Spitzwegerichblätter pflücken, falls möglich abwaschen, dann mit den Fingern zerreiben und auf die Abschürfung legen. Spitzwegerich desinfiziert und vermag eine kleine Blutung zu stoppen.

Spitzwegerich-Anwendung: So helfen Tee, Sirup und Salbe

Am häufigsten wird Spitzwegerichkraut jedoch als Fertigarznei verwendet, die es in der Apotheke gibt. Die Mittel basieren meist auf ökologischen Anpflanzungen. Besonders beliebte Anwendungsformen sind:

  • Spitzwegerich-Tee bei Erkältung, Husten, Heiserkeit sowie Magen- und Darmproblemen
  • Spitzwegerich-Hustensaft und -Hustensirup bei Husten und Bronchitis
  • Spitzwegerich-Saft bei Husten und Entzündungen der Mundschleimhaut oder des Rachens
  • Spitzwegerich-Salbe bei leichten Verbrennungen, Ekzemen und kleinen Wunden
  • Spitzwegerich-Tinktur bei Insektenstichen

Bei Fertigpräparaten mit Spitzwegerich-Extrakten sollten Sie sich am besten an die Dosierungsempfehlungen im Beipackzettel halten. Für Spitzwegerich-Hustensirup lauten diese meist dreimal täglich ein Teelöffel. Spitzwegerich-Salbe und -Tinktur sind in der Regel morgens und abends anzuwenden oder aber nach Bedarf, etwa gleich nach einem Insektenstich.

Spitzwegerich-Tee kann man auch zu Hause einfach zubereiten. Und so gehts: Verwenden Sie einen bis zwei Teelöffel frische oder getrocknete Spitzwegerichblätter auf 0,3 Liter kochendes Wasser. Lassen Sie den Tee zehn Minuten ziehen und seihen Sie das Kraut dann ab. Trinken Sie morgens und abends je eine Tasse davon. Spitzwegerich-Tee tut nicht nur Mund, Rachen und den Bronchien gut, sondern beruhigt auch einen empfindlichen Magen.

Nebenwirkungen und Allergie auf Spitzwegerich

Nebenwirkungen sind bislang kaum bekannt, auch keine Wechselwirkungen mit Medikamenten. Vereinzelt kann unter der Anwendung von Spitzwegerich-Präparaten jedoch Durchfall auftreten. Möglich ist auch eine Allergie auf Spitzwegerich. Dieses Risiko sollten vor allem Pollenallergiker beachten sowie Menschen, die auf Sellerie, Paprika oder Knoblauch überempfindlich reagieren. Zwischen Spitzwegerich und diesen Gemüsen besteht eine Kreuzreaktion.

Spitzwegerich in der Schwangerschaft und für Kinder

Gerade bei Erkältung und Husten während der Schwangerschaft und Stillzeit suchen Frauen nach risikofreien, natürlichen Hilfen. Weil es jedoch keine Studie darüber gibt, ob Spitzwegerich in diesem Zusammenhang tatsächlich unbedenklich ist, sollten Schwangere besser darauf verzichten – oder ihn nur nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen.

Das Gleiche gilt für die innerliche Anwendung bei Kindern unter zwölf Jahren. Vor allem die Gerbstoffe im Spitzwegerichkraut könnten Magen und Darm reizen.

Abgesehen von diesen Einschränkungen ist Spitzwegerich jedoch ein gut verträgliches Heilkraut mit bewährter Wirkung. Aus diesen Gründen wurde das Kraut auch zur Heilpflanze des Jahres 2014 gewählt.

Wenn Sie seine Wirkung gegen Beschwerden mit den Bronchien testen möchten, versuchen Sie es doch mal mit selbstgemachten Spitzwegerich-Hustensaft.

Rezept: Spitzwegerich-Hustensirup selber machen

Diese Hustenarznei lässt sich ganz einfach herstellen. Sie brauchen dazu:

  • 50 Gramm frisch gepflückte Spitzwegerichblätter
  • 1 Liter Wasser
  • 400 Gramm Honig

Waschen Sie die Blätter sorgfältig und entfernen Sie alle Blätter, die braune Stellen haben. Schneiden Sie die verbliebenen Blätter in kleine Stückchen. Füllen Sie in einen Topf einen Liter Wasser und geben Sie den Spitzwegerich hinein. Lassen Sie das Wasser aufkochen und danach 30 Minuten ziehen. Das Ganze abseihen, den Spitzwegerich wegwerfen. Nochmals aufkochen und köcheln lassen, bis sich die Menge auf die Hälfte reduziert hat. Etwas abkühlen lassen und den Honig unterrühren. Hustensaft anschließend in saubere Gläser abfüllen. Im Kühlschrank aufheben, dreimal täglich einen Esslöffel Spitzwegerich-Sirup einnehmen.

Schnelle Tipps und Hausmittel gegen Husten

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Letzte Aktualisierung: 27. November 2015

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