Winterwurzel mit Heilkraft

Gesunder Meerrettich: Altes Hausmittel neu entdeckt

In der Volksheilkunde wird die scharfe Wurzel auch "Antibiotikum der Bauern" genannt. Die wirksamen Heilkräfte des Meerrettich sind seit dem Mittelalter bekannt und bis heute ein wichtiger Bestandteil der Naturapotheke.

Meerrettich
Im unscheinbaren Meerrettich schlummern viele wertvolle Inhaltsstoffe.
iStock

Zuerst kribbelt es in Gaumen und Nase, dann läuft das Gesicht rot an, Schweiß bricht aus den Poren, Tränen laufen über die Wangen: Die unmittelbare Wirkung des Meerrettichs kennt wohl jeder, der sich versehentlich schon einmal zu viel davon auf sein Lachsbrötchen gelöffelt hat. Besonders bei frisch geriebenem Meerrettich hilft nur der schnelle Griff zum Taschentuch. Denn in der Wurzel stecken scharfe ätherische Öle, die aufsteigen und die Schleimhäute reizen.

Wer von einem Schnupfen oder einer Nebenhöhlenentzündung geplagt wird, kann sich diesen unangenehmen Effekt aber zunutze machen. Denn die Öle wirken entzündungshemmend und schleimlösend, sodass allein die Dämpfe, die beim Reiben der Wurzel entstehen, schon Linderung versprechen. Und auch wenn es Überwindung kostet: Wer morgens und abends einen Löffel der frisch geriebenen Paste einnimmt, bekommt seine Erkältung schneller in den Griff.

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Meerrettich als traditionelles Heilmittel

In Deutschland ist die Heilwirkung des Meerrettichs etwa seit dem Mittelalter bekannt. Damals wurde er zunächst nur als Heilpflanze angebaut. In der Volksheilkunde trägt die scharfe Wurzel auch den Namen "Antibiotikum der Bauern" – und tatsächlich konnte eine antivirale und antibakterielle Wirkung des Meerrettichs inzwischen nachgewiesen werden.

Heute werden häufig Medikamente mit Meerrettichextrakt verschrieben, um zum Beispiel Erkältungen, Bronchitis oder Harnwegsinfektionen zu bekämpfen.

Auch bei Seeleuten durfte der Meerrettich früher im Reisegepäck nicht fehlen. Die Wurzel konnte bei längeren Überfahrten problemlos eingelagert werden und schützte durch ihren hohen Anteil an Vitamin C sehr zuverlässig vor der gefürchteten Matrosenkrankheit Skorbut.

Stärkung der Abwehrkräfte

Die stellt heutzutage zwar keine Bedrohung mehr dar, aber der hohe Vitamingehalt kommt uns immer noch zugute. Denn die Wurzel gilt auch als äußerst wirksames Mittel zur Stärkung der Abwehrkräfte. Eine regelmäßige Einnahme von frischem Meerrettich hilft nicht nur dabei, Erkältungen zu bekämpfen, sondern kann das Immunsystem auch vorbeugend stärken.

Wer häufig unter Kopfweh, Migräne oder Verspannungen der Nackenmuskulatur leidet, kann ebenfalls auf die Heilwirkung des Meerrettichs setzen. Zur Bekämpfung der Schmerzen wird eine Paste aus der frisch geriebenen Wurzel etwa einen Zentimeter dick auf einem Tuch verteilt und als Wickel in den Nacken gelegt. Um Hautreizungen durch die scharfen ätherischen Öle zu vermeiden, sollte die Stelle danach mit pflegendem Öl eingerieben werden. Wichtig ist auch, dass der Meerrettich tatsächlich frisch gerieben wird, denn die wirksamen Öle verflüchtigen sich innerhalb einer Viertelstunde.

Heutzutage interessiert uns in der Regel mehr das Lebensmittel und weniger die Heilpflanze. Meerrettich verpasst Fleisch- oder Fischgerichten eine würzig-scharfe Note und sorgt dabei auch noch für einen positiven Nebeneffekt: Er wirkt appetitanregend und verdauungsfördernd. Nur Menschen mit empfindlichem Magen sollten etwas vorsichtig sein, denn übermäßiger Genuss der scharfen Wurzel kann zu Übelkeit oder Koliken führen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 18. Januar 2015
Quellen: LandIdee, Ausgabe Februar & März 2013, S. 46/47; Rezept

So hilft Meerrettich

  • Zum Einnehmen bei Husten, Bronchitis, Appetitlosigkeit
    Etwa 50 Gramm frischen Meerrettich schälen und reiben. Den geriebenen Meerrettich in einem Einmachglas mit 100 Gramm flüssigem Honig mischen. Die Mischung einige Stunden ziehen lassen, sodass sich die Wirkstoffe im Honig lösen. Morgens und abends einen Löffel einnehmen.
  • Kompresse bei Kopfweh, Migräne und Verspannungen
    Etwa einen Esslöffel frisch geriebenen Meerrettich in ein Tuch wickeln. Kompresse in den Nacken legen. Beginnt die Haut nach einigen Minuten zu brennen, Kompresse entfernen. Haut mit Pflegeöl einreiben. Hilft bei Kopfweh, Migräne und Verspannungen.
  • Meerrettich-Kur für ein starkes Immunsystem
    Über zwei Wochen hinweg morgens und abends zu den Mahlzeiten je einen Teelöffel frisch geriebenen Meerrettich einnehmen.
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