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Medikamente, Arznei und Hausmittel

Wie Sie Medikamente richtig einnehmen

Wer ein Medikament schlucken muss, sollte bei der Einnahme nicht zu Kaffee, Saft oder Milch greifen, weil diese Lebensmittel die Wirkung verfälschen können. Wie bestimmte Tabletten, Kapseln und Tropfen korrekt geschluckt werden, lässt sich nicht allgemein sagen. "Pauschal gilt: Halten Sie sich an die Packungsbeilage", sagt Maik Pommer vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn. Ein paar grundsätzliche Tipps lassen sich aber dennoch geben.

"Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker." Diesen Satz kennt jeder, der ab und zu den Fernseher einschaltet oder Anzeigen liest. Denn er ist für herkömmliche Arzneimittelwerbung vorgeschrieben. Er müsste um die Worte "...und zur richtigen Einnahme" ergänzt werden.

Denn wie Tabletten, Kapseln, Tropfen und Co. korrekt geschluckt werden, lässt sich nicht allgemein sagen. Pauschal gilt Halten Sie sich an die Packungsbeilage. Ein paar grundsätzliche Tipps lassen sich aber dennoch geben. Ein Überblick zur Einnahme von Medikamenten:

Tabletten, Pillen, Kapseln: Sie werden am besten mit Wasser geschluckt. Fruchtsäfte enthalten viele sekundäre Pflanzenstoffe wie Vitamine, Kalzium, Eisen oder Magnesium. Die können mit dem Medikamentenwirkstoff reagieren. Auch Kaffee kannedurch seine Gerbstoffe die Wirkung von Medikamenten beeinflussen. Gleiches gelte für das Kalzium in der Milch. Besonders schlecht ist Grapefruitsaft. Er kann die Wirkung einiger Medikamente unkontrolliert verstärken.

Nicht alles teilen: Selbst große Tabletten dürfen nur geteilt werden, wenn dies in der Packungsbeilage ausdrücklich erlaubt ist. Wenn auf der Packung eine Bruchrille abgebildet ist und die Tabletten selbst solche Rillen aufweisen, heißt das nicht zwingend, dass die Tablette geteilt werden darf, denn es gibt auch Schmuckkerben. Wer die falschen Pillen teilt, riskiert unerwünschte Wirkungen. Denn manche Tabletten sind mit einer Schutzschicht überzogen, die sie resistent gegen Magensäfte macht. Sie sorgt dafür, dass der Wirkstoff erst im Dünndarm freigesetzt wird. Wird der Überzug verletzt, gelangt der Wirkstoff früher in den Körper - mit möglicherweise unerwünschten Folgen.

Manche Tabletten haben eine sogenannte Retard-Wirkung: Sie geben den Wirkstoff erst nach und nach ab. Das habe den Vorteil, dass häufig nur eine Tablette pro Tag geschluckt werden muss. Wer solche Tabletten teilt, zerstört diese Funktion. Das Medikament wirkt dann unter Umständen sehr schnell und stark.

Große Tabletten könnten leichter geschluckt werden, indem man sie mit viel Leitungswasser einnimmt und den Kopf leicht und nicht ruckartig nach hinten neigt. Grundsätzlich erleichtern breiige Lebensmittel wie Apfelmus das Runterschlucken. Milchprodukte wie Joghurt oder Quark sind aber nicht geeignet, weil sie die Wirkung des Arzneimittels beeinflussen können.

Tropfen: Wer Tropfen verschrieben bekommen hat, sollte sich beim Zählen konzentrieren. Bei den meisten Arzneien sei es zwar nicht schlimm, wenn man aus Versehen einen oder zwei Tropfen mehr schluckt. Eine doppelte Dosis kann aber gefährlich werden. Manchmal zählt jeder Tropfen doch - etwa bei Notfallmedikamenten.

Nasentropfen und -sprays: Müssen Patienten etwas für die Nase nehmen, sollten sie die Pipette oder das Spray zusammengedrückt aus der Nase nehmen. Andernfalls kann es passieren, dass die Arznei mit Nasensekret verunreinigt wird.

Wirkstoffpflaster: Pflaster haben den Vorteil, dass das Medikament nach und nach dem Körper zugeführt wird. Bevor ein neues aufgeklebt wird, sollte das alte entfernt werden. Außerdem ist es wichtig, es nicht immer auf dieselbe Stelle zu kleben.

Regelmäßige Einnahme: Einer der häufigsten Fehler ist, dass Patienten vergessen, ihre Medikamente zu nehmen. Das kann daran liegen, dass sie zum Beispiel bei der Arbeit nicht daran denken. Manchen hilft es, sich von ihrem Handy an die Tabletten erinnern zu lassen. Vor allem für Menschen, die mehrere Pillen über den Tag verteilt nehmen müssen, können Wochen- und Tagesbehälter sinnvoll sein. Sie sehen dann auf einen Blick, wenn sie etwas vergessen haben.

Mit dem Arzt sprechen: Außerdem kann es helfen, regelmäßig mit dem Hausarzt über die Medikamente zu reden. Für viele Menschen sei es wichtig, dass eine andere Person sie an die Anwendung erinnert und sie dazu motiviert. Mit dem Arzt lässt sich auch besprechen, ob die Einnahme vereinfacht werden kann.

Autor: Sabine Letz / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 15. November 2012
Durch: Sarah Wagner
Quellen: dpa

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