
Kinder & Jugendliche
Deutschland hat die jüngsten Raucher
Die internationale Vergleichsstudie "Health Behaviour in School-aged Children" (HBSC) zeigt : Immer mehr Kinder und Jugendliche rauchen, die Nikotinsucht nimmt stetig zu. Und: Mit jeder Zigarette, die die Kids zusätzlich rauchen, steigt die Wahrscheinlichkeit, auch im Erwachsenenalter nicht von der Kippe loszukommen.
Die HBSC-Studie ist Teil eines internationalen Forschungsvorhabens, das alle vier Jahre unter der Schirmherrschaft der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durchgeführt wird. An der Studie nehmen 35 Staaten aus Europa und Nordamerika teil. Mit Hilfe eines Fragebogens werden Schülerinnen und Schüler im Alter von 9 bis 17 Jahren zu ihrem Gesundheitsverhalten, unter anderem auch zu ihren Rauchgewohnheiten, befragt.
Jeder dritte 15-Jährige raucht:
Laut der HBSC-Studie fangen 15-Jährige im Durchschnitt mit 12,5 Jahren an zu rauchen. Unter den Elfjährigen sind die Anteile der Raucher noch relativ gering: Von ihnen rauchen 1,3 Prozent der Jungen und 2,5 Prozent der Mädchen. Ab dem 14ten Lebensjahr steigt der Anteil dann sprunghaft an. Nicht nur das: Die deutschen Jugendlichen sind dabei auch Spitzenreiter im internationalen Vergleich. 13,5 Prozent der Jungen und 12,8 Prozent der deutschen 13-Jährigen Mädchen rauchen bereits regelmäßig. Jedoch sind die Unterschiede zum Beispiel zu Ländern wie Irland, Großbritannien, Kanada und Finnland sehr gering. Mit 15 Jahren gibt es dann nochmals eine kräftige Steigerung. Hier sind es dann unter den deutschen Jugendlichen bereits 27,6 Prozent der Jungen und 35,8 Prozent der Mädchen.
Emanzipation bringt die Kassen der Tabakindustrie zum Klingeln Auffällig ist im internationalen Vergleich auch der Unterschied zwischen Jungen und Mädchen. Während in allen osteuropäischen Ländern die Jungen wesentlich häufiger rauchen, ist es in den westlichen Industriestaaten genau umgekehrt. Grund: Jugendliche verbinden das Rauchen in starkem Maße mit dem Ausdruck des Erwachsenseins und einer eigenständigen Identität. Eine zunehmende Emanzipation der Frauen hat leider den Nebeneffekt, dass immer mehr junge Frauen mit dem Rauchen beginnen. Attribute wie Stärke , Freiheit, Unabhängigkeit spielen hierbei eine besondere Rolle. Die Zigarettenwerbung unterstützt diesen Trend, indem immer mehr Mädchen und Frauen angesprochen werden.
Suchtentwöhnung für Minderjährige Jugendliche, die bereits mit 16 Jahren täglich rauchen, sind zu 83 Prozent auch mit 19 Jahren noch tägliche Raucher. Fazit: Für rauchende Jugendliche müssen so früh wie möglich Ausstiegschancen in Form von wirksamen Entwöhnungskursen angeboten werden.







