Kinder & Jugendliche
Kinder stark machen gegen das Rauchen
Wissenschaftler sind sich einig: Entscheidend bei der Suchtprävention ist, dass Jugendliche gar nicht erst zur Kippe greifen. Doch welche Erziehungsstrategien gibt es für Eltern und Lehrer, um Risikoverhaltensweisen wie das Rauchen bei Jugendlichen zu verhindern?
"Als junger Mensch zu lernen, dass Probleme ohne Suchtmittel zu bewältigen sind, ist der erste Schritt, auch später nicht abhängig zu werden", erklärt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marion Caspers-Merk.
Das Selbstvertrauen des Kindes fördern:
Ausschlaggebend ist, die Lebenskompetenzen - die so genannten life skills - schon im Kindesalter zu erweitern. Grundgedanke und Ziel dieses Konzeptes ist es, Kinder und Jugendliche in ihrem Selbstvertrauen zu stärken, ihre Konfliktfähigkeit zu fördern, sie in der realistischen Einschätzung ihrer eigenen Stärken und Schwächen zu unterstützen. Wenn Heranwachsende gelernt haben, ihre Alltagskonflikte zu bewältigen, Belastungen standzuhalten und Eigenverantwortung zu übernehmen, dann sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie zur Zigarette greifen, berichtet Caspers-Merk.
Bereits im Kindesalter gehören übermäßiges Süssigkeitennaschen als Ersatz für Zuwendung und stundenlanges Fernsehen und Computerspielen zu Verhaltensweisen, die sich später zu einem abhängigen Verhalten entwickeln können. Für eine gesunde Entwicklung sind zum Beispiel die Wahrnehmung des eigenen Körpers, die Entwicklung der einzelnen Sinne, die Koordination der Bewegungen und die Reaktionsfähigkeit grundlegende Voraussetzungen, die schon im Kindergarten- und Grundschulalter gefördert werden müssen.
Das bedeutet, dass sowohl Eltern als auch Erzieher und Lehrer besonders gefordert sind, psychosoziale Kompetenzen bei den Kindern zu fördern. Kinder müssen stark gemacht werden, damit sie nicht auf das Rauchen ausweichen müssen, wenn Schwierigkeiten und Probleme auftreten.
Kinder übernehmen Verhaltensmuster der Eltern:
Wichtig ist, Kinder zu loben. Um ein positives Selbstwertgefühl des Kindes zu fördern, sollten Liebe und Zuneigung nicht mit den Leistungen des Kindes verknüpft werden. Kindern muss aber auch deutlich gemacht werden, wo die Grenzen zu ziehen sind, damit ein realistisches Gefühl für Handlungsspielräume entwickelt werden kann. Das ausschlaggebende ist aber das Modellverhalten von Eltern und auch Lehrern. Werden zum Beispiel Probleme planvoll angegangen oder eher konfus und entscheidungsunfähig? All das schaut sich ein Kind zum Teil ab und übernimmt davon Teile in sein eigenes Verhaltensrepertoire. So kann es durchaus sinnvoll sein, sich selbst und sein eigenes Problemlöseverhalten einmal kritisch unter die Lupe zu nehmen.






