Gesundheitsrisiken für Raucherinnen
Frauen noch mehr gefährdet als Männer
Dass Rauchen die Gesundheit schädigt, ist nichts Neues. Frauen scheinen aber in vieler Hinsicht besonders gefährdet zu sein. So entwickeln weibliche Raucherinnen gefährlichere Lungentumore als Männer.
Ein Grund hierfür ist das bei Frauen häufigere Zurückgreifen auf Light-Zigaretten. Fatal ist, dass man bei ihnen den Nikotin-Kick im Gehirn nicht so stark empfindet.
Folge: Es wird häufiger an der Zigarette gezogen und tiefer inhaliert. Die in der Zigarette enthaltenen krebserregenden Stoffe wie Phenole, Benzol, Schwermetalle und Nitrosamine gelangen somit viel tiefer in die Lunge. Insgesamt werden auch mehr Light-Zigaretten geraucht, um den niedrigeren Nikotingehalt auszugleichen.
Hinzu kommt, dass das typisch weibliche Bronchialkarzinom schwerer zu behandeln ist, weil es sich häufig resistenter gegen Chemotherapeutika erweist. Inzwischen gehört Lungenkrebs zur fünfhäufigsten Krebsform bei Frauen.
Der blaue Dunst greift aber nicht nur die Lunge an. Eine Forschergruppe aus Boston hat jetzt eine weitere Hiobsbotschaft vorgelegt:
Zigarettenqualm schädigt die Eizelle der Frau und führt zu Unfruchtbarkeit. Eine Schlüsselrolle bei dem Prozess spielen so genannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die im Tabakrauch, aber auch in Motorabgasen enthalten sind. Die Giftmoleküle docken an einen Rezeptor auf der Eizelle an und lösen eine Kaskade aus, die zu ihrem Tod führt. Und: Bei Raucherinnen sind die Chancen einer erfolgreichen Reagenzglas-Befruchtung nur etwa halb so groß wie bei Nichtraucherinnen. Die gute Nachricht: Wird das Rauchen eingestellt, steigt die Chance wieder auf das Niveau der Nichtraucherinnen an. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die an der University of Iowa (USA) durchgeführt wurde. Der toxische Effekt scheint also nur von kurzer Dauer zu sein.






