Rauchen & Alter
Rauchen macht im Alter impotent
Rauchen gilt als Risikofaktor Nummer eins für etliche Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Aber es gibt noch einen weiteren Grund, dem Glimmstängel zu widerstehen: Erektionsstörungen treten bei Zigarettenkonsumenten deutlich häufiger als bei Nichtrauchern. Das haben Forscher von der Tulane University in New Orleans festgestellt.
Die US-amerikanischen Wissenschaftler haben in ihrer Studie 4.764 Männer mit einem Durchschnittsalter von 47 Jahren untersucht. Männer, die täglich mehr als zehn Zigaretten geraucht hatten, wiesen im Vergleich zu Nichtrauchern ein 16% höheres Risiko für Erektionsprobleme (erektile Dysfunktion) auf. Bei den Studienteilnehmern, die 11 bis 20 Zigaretten pro Tag konsumiert hatten, war das Risiko um 36% erhöht. Und die starken Raucher, die täglich mehr als 20 Zigaretten rauchten, hatten ein 60% höheres Risiko für eine erektile Dysfunktion.
Rauchen schädigt die Gefäßwände
Der Zusammenhang zwischen Rauchen und erektiler Dysfunktion war schnell gefunden: Die Inhaltsstoffe des Tabaks fördern die Ablagerungen in den Gefäßen. Ein Griff zur Zigarette und schon ist die Sauerstoffversorgung gestört. Anstatt die roten Blutkörperchen mit Sauerstoff zu beladen, kommt hier das Kohlenmonoxid zum Zug. Das erleichtert für schädliches LDL-Cholesterin das Eindringen in die Gefäßwand und führt zu Ablagerungen. Der Gegenspieler bei diesem Prozess , das HDL-Cholesterin, wird gleichzeitig vermindert. Die Folge: Gerinnungsstoffe wie Fibrinogen und Blutplättchen nehmen zu, die Fließeigenschaften des Blutes verändern sich, die Gefäße sind verengt. Mediziner sprechen von einer Arteriosklerose.
Auch der Penis wird schlechter durchblutet
Arteriosklerotische Veränderungen können überall im Körper auftreten. Zum Beispiel in den Herzkranzgefäßen, was dann im Ernstfall zum Herzinfarkt führt. Meist sind aber erst kleinere Gefäße betroffen, wie die Arterien, die den Penis versorgen. Kommt es hier zu Ablagerungen, fließt nicht mehr ausreichend Blut in die Schwellkörper - die Erektion ist gestört.
Besonders im Alter ist das Risiko für Erektionsprobleme erhöht
Die Veränderungen der Gefäßwände beginnen schon im Kindesalter oder in der Jugend, machen sich aber erst nach 40 bis 60 Jahren bemerkbar. Das erklärt, warum es so wichtig ist, Arteriosklerose rechtzeitig vorzubeugen: Im Alter kann höchstens Schadensbegrenzung betrieben werden. Nicht nur für ein erfülltes Sexualleben ist es daher nötig und sinnvoll, dass Rauchen aufzugeben. Ein Patient mit Herzproblemen (koronarer Herzkrankheit) kann durch Verzicht auf Tabak sein Sterberisiko um 50% senken. Am besten testen Sie selbst, wie belebend sich ein Rauchstopp auf Ihr Sexualleben auswirken kann.
Nach Informationen von BBC Health und BSMO






