Die erste Wahl bei Blasenentzündung
Goldrute, Katzenbart, Birke - Ein Heilkräuterportrait
Leiden Sie immer wieder unter Blasenentzündungen? Bestimmte Kräuter können hierbei sehr gute Heilungsergebnisse erzielen. Unser Kräuterporträt stellt sie Ihnen vor.
Goldrute: Solidago - Gold wert für die Blase
Stammpflanzen:
In der modernen Therapie der Blasenentzündung kommen die folgenden drei Stammpflanzen zum Einsatz: Solidago virgaurea L., Solidago canadensis L. und Solidago gigantea Ait.
Geschichte:
Das Kraut der Goldrute findet seit dem Mittelalter Verwendung in der Behandlung von Blasen- und Nierenerkrankungen, bei Hautleiden und zur Wundheilung. Im 20. Jahrhundert konnten systematische Untersuchungen von Tinkturen aus Goldrutenkraut die Beobachtungen der Erfahrungsheilkunde bestätigen.
Inhaltsstoffe:
Die Inhaltsstoffe der Goldrute sind ätherisches Öl, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Saponine und Flavonoide.
Pharmazeutische Wirkungen:
Goldrutenkraut treibt die Wasserausscheidung des Körpers an, löst die bei Blasenentzündung regelhafte Verkrampfung der Muskulatur, hemmt entzündliche Prozesse und wirkt der Vermehrung von Bakterien in den ableitenden Harnwegen entgegen.
Volkstümliche Namen und Anwendungsgebiete:
Landläufig ist die Goldrute auch unter den Bezeichnungen Himmelsbrand, Goldene Jungfrau, Wundkraut, Schoßkraut oder Ochsenbrot bekannt. Sie gilt als entzündungshemmend und dient als Urologikum.
Katzenbart: Orthosiphon - eine Entdeckung der Moderne
Stammpflanze:
Orthosiphon aristatus
Geschichte:
Der Halbstrauch ist in Südostasien (tropisches Asien, Indonesien), Australien und im tropischen Amerika beheimatet. In Europa kennt man die Pflanze erst seit 1972. Es waren die in Batavia (heute Jakarta) ansässigen Europäer, die auf die Wirkung als Arzneipflanze aufmerksam machten.
Inhaltsstoffe:
Orthosiphonblätter enthalten ein komplex zusammengesetztes ätherisches Öl sowie Flavonoide, Saponine und Kaliumsalze.
Pharmazeutische Wirkungen:
Orthosiphonblätter wirken harntreibend und schwach krampflösend.
Volkstümliche Namen und Anwendungsgebiete:
Landläufig ist die Pflanze auch unter dem Namen Katzenbart bekannt, aufgrund der auffallend langen Staubblätter, die an die Schnurrhaare einer Katze erinnern.
Birkenblätter: Betula - ein Heilpflanzen-Klassiker
Stammpflanzen:
Hängebirke (Betula pendula) und Moorbirke (Betula pubescens)
Geschichte:
Chinesen entdeckten die heilende Wirkung von Birkenblättern bereits im 10. Jahrhundert. Zwei Jahrhunderte später beschrieb Hildegard von Bingen auch in Europa die Effekte der Birkengewächse (Betulaceae) für die Gesundheit. Im 13. und 14. Jahrhundert galt Heilkundigen der Birkensaft als Mittel gegen Nierensteine und Leberbeschwerden. Im 16. Jahrhundert gelang der Pflanze der Einzug in beinahe alle Kräuter- und Heilpflanzenbücher ? zur Behandlung von Nieren- und Blasenkrankheiten.
Inhaltsstoffe:
Birkenblätter enthalten Flavonoide, Triterpensaponine, Proantocyanidine und wenig ätherisches Öl.
Pharmazeutische Wirkungen:
Ein Tee aus Birkenblättern regt die Wasserausscheidung an. Entscheidend dabei: Die optimale Wirkung hängt von der richtigen Dosierung ab. Ihre Apotheke hilft Ihnen gerne weiter.
Volkstümliche Namen und Anwendungsgebiete:
Birkenblätter werden in der Volksheilkunde im Rahmen sogenannter Frühjahrskuren bei Gicht und Rheuma eingesetzt, zur Blutreinigung sowie äußerlich bei Haarausfall, Schuppenbildung und Hautausschlag.






