Tabletteneinnahme
Teilung von Tabletten nicht immer unproblematisch
Etwa ein Viertel aller Tabletten werden von ambulant behandelten Patienten vor der Einnahme geteilt. Dies kann aus mehreren Gründen heikel und in bestimmten Fällen sogar gefährlich sein.
In einer im European Journal of Clinical Pharmacology publizierten Studie wurden 905 ambulante Patienten, die mindestens drei Medikamente einnahmen, Teilung von Tabletten befragt. Von den insgesamt 3.200 eingenommenen Arzneimitteln wurden am häufigsten Medikamente zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Blutverdünnung und der Senkung des Cholesterinspiegels geteilt. Doch das ist gar nicht so ohne: Denn bestimmte Tabletten sind nur mit einer Schmuckkerbe versehen und können nicht immer problemlos geteilt werden.
Problematisch kann zum Beispiel die Teilung von Tabletten mit einem Überzug zum Schutz vor dem saueren Magensaft sein, so Prof. Walter E. Haefeli, Medizinische Universitätsklinik Heidelberg. Werden diese vor der Einnahme halbiert, komme es zur Freisetzung des Wirkstoffes bereits im sauren Milieu des Magens, wodurch dieser zerstört und das Medikament unwirksam werde. Zudem könne die Teilung von Tabletten mit einem Retard-Überzug zu einer verkürzten Wirkdauer und damit einem erhöhten Risiko für Nebenwirkungen führen.
Wie Haefeli betont, gehen die Fachinformationen für Ärzte und die Hinweise auf den Beipackzetteln nur unzureichend auf die Teilungsmöglichkeit der Tabletten ein. Dies ist problematisch, da die Teilung von Tabletten in vielen Fällen erforderlich ist, so Haefeli. Nur dadurch könne die Dosis individuell angepasst werden. Zudem stehen Arzneimittel für Senioren und Kinder häufig nicht immer in der gewünschten Dosierung zur Verfügung. Ein weiteres Handicap ist die mangelnde Fingerfertigkeit vor allem älterer Menschen, die zur fachgerechten Teilung der Tabletten nötig ist. Haefeli empfiehlt daher, die Tabletten nur dann zu teilen, wenn dies zulässig ist und von den Patienten auch fachgerecht bewältigt werden kann.





