Was muss man beachten?

Selbstmedikation bei leichten gesundheitlichen Störungen

Ein Fall für die Selbstmedikation sind vor allem leichtere gesundheitliche Störungen. Besonders dann, wenn man die Beschwerden kennt und mit ihrem Verlauf Erfahrung hat. Allerdings sollte der schnelle Griff zur Tablette nicht zur Gewohnheit werden.

Folgende Beschwerden geben besonders häufig Anlass, sich mit rezeptfreien Arzneimitteln selbst zu helfen:

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  • Erkältungen

  • Magen- bzw. Verdauungsprobleme

  • leichtere Schmerzen

  • Herz- und Kreislaufbeschwerden (wie zu niedriger Blutdruck, Stärkung der allgemeinen Herzfunktion)

  • Nervosität und Schlafstörungen

Wenn man davon ausgehen kann, dass sie von kürzerer Dauer sind und folgenlos wieder verschwinden. Nicht jeder Kopfschmerz und nicht jede verstopfte Nase ist gleich ein Fall für den Arzt. Dennoch: Die Selbstmedikation ist eine Möglichkeit der Selbsthilfe. Und die hat Grenzen.

Im Falle eines Falles kann sie den Gang zum Arzt nicht ersetzen. Beispielsweise wenn sich die Beschwerden länger hinziehen als gewohnt.

Bei leichteren Beschwerden sind nicht immer gleich Arzneimittel erforderlich.

Der Griff zum Medikament darf nicht zur lieben Gewohnheit werden. Deshalb sollte man sich immer erst überlegen, welche "Hausmittel" die Befindlichkeitsstörung bessern könnten. Erst, wenn man diese Hilfemöglichkeit ausgeschöpft hat, kann man zu einem Arzneimittel greifen. Dann gilt es, die Beschwerden möglichst gezielt zu bekämpfen. Das heißt, nicht viele Arzneimittel auf einmal einzusetzen in der Hoffnung, dass eines davon schon das richtige sein wird. Besser ist es, mit einem Arzneimittel gezielt den Beschwerden zu Leibe zu rücken. Wer sich nicht sicher ist, welches Arzneimittel er auswählen soll, dem ist die fachkundige Beratung in der Apotheke zu empfehlen. Durch die Beratung erübrigt sich aber nicht die Pflicht, sich selbst eingehend über das Arzneimittel zu informieren.

Dazu gehört, dass man den Beipackzettel ausführlich liest. Insbesondere sollte man sorgfältig prüfen, ob es Gegenanzeigen (so genannte Kontraindikationen) gibt, die gegen eine Anwendung sprechen. Der Beipackzettel gibt auch Auskunft darüber, wie man das Arzneimittel anwenden sollte. Im Zweifelsfall sollte man sich nicht scheuen, in der Apotheke oder beim Arzt nachzufragen. Und: Nach drei oder vier Tagen sollten die Beschwerden verschwunden sein oder sich zumindest deutlich gebessert haben. Erweisen sich die Beschwerden als hartnäckiger, stößt die Selbstmedikation an ihre Grenzen. Auf zum Arzt, lautet dann die Devise.


Autor: Springer Medizin
Stand: Sep 30, 2008


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