Frauenbauch mit Händen

Prämenstruelles Syndrom

Diagnose ermöglicht Behandlung

Viele Frauen haben allmonatlich mit hormonell bedingten Beschwerden zu kämpfen. Was viele nicht wissen: Die Symptome des PMS können und sollten behandelt werden.

Etwa 90 Prozent aller Frauen lassen die Tage vor den Tagen nicht kalt. 30 Prozent geben an, unter ausgeprägten Symptomen des Prämenstruellen Syndroms (kurz PMS) zu leiden. Weitere drei bis vier Prozent der Frauen fühlen sich von der monatlichen Bürde sogar stark beeinträchtigt. Generell kann es jede Frau im gebärfähigen Alter treffen. Die regelmäßigen Symptome treten dann in der zweiten Zyklushälfte auf und können sich bis zum Beginn der Monatsblutung zuspitzen.

So ungleich intensiv die Beschwerden sein können, so unterschiedlich kann PMS im Einzelfall in Erscheinung treten. Während einige Frauen vor allem unter körperlichen Erscheinungen wie Migräne, Gewichtszunahme, Rücken- und Bauchschmerzen, angeschwollenen Händen und Füßen und schmerzempfindlichen Brüsten leiden, haben andere eher mit Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Energielosigkeit, Müdigkeit, Schlafstörungen oder depressiven Verstimmungen zu kämpfen.

Selbsthilfe bei leichten Beschwerden

Hinter den allmonatlichen Qualen verbirgt sich eine hormonelle Störung des weiblichen Körpers. Die Hormone Östrogen und Progesteron befinden sich in einem Ungleichgewicht, das für die typischen Beschwerden verantwortlich ist und außerdem die Entstehung von Brustkrebs fördern kann. Wer die Symptome als gegeben hinnimmt, riskiert nicht nur, dass sich die Beschwerden verschlimmern, sondern hat außerdem ein höheres Brustkrebsrisiko. Um den Beschwerden der prämenstruellen Phase entgegenwirken zu können, ist es unerlässlich, sich näher mit den einzelnen Symptomen zu befassen.

Frauen, die nur von leichten Erscheinungsformen des PMS betroffen sind, können sich nach Absprache mit dem Gynäkologen mit pflanzlichen Medikamenten wie Mönchspfeffer, Nachtkerzenöl oder hoch dosiertem Johanniskraut Linderung verschaffen. Vitamin B6, Kalzium, Vitamin D und Magnesium verbessern depressive Verstimmungen und lindern Kopfschmerzen. Auch eine Ernährungsumstellung kann unterstützend wirken, so etwa der Verzicht auf Alkohol und schwer verträgliche Kost. Vielen Frauen hilft es außerdem, wenn sie sich regelmäßig sportlich betätigen, Stress meiden und sich im Alltag immer wieder kleine Auszeiten nehmen.

Bei schweren Symptomen ist der Arzt gefragt

Bei hartnäckigeren Symptomen, die in schweren Fällen sogar die Arbeitsfähigkeit kosten können, sollten die genauen körperlichen Ursachen abgeklärt werden. Dazu misst der Arzt den Hormonspiegel und verordnet gegebenenfalls natürliche Hormone, die das hormonelle Gleichgewicht wiederherstellen. Für Frauen, die vor allem von depressiven Verstimmungen und starken Stimmungsschwankungen betroffen sind, stellen Antidepressiva eine gute Behandlungsmöglichkeit dar. Heutzutage gibt es sehr sanfte Mittel, die sich stabilisierend auf die psychische Verfassung auswirken.

Nicht zuletzt, weil die Liste der Behandlungsmöglichkeiten so lang ist, sollten Frauen sich selbst beobachten und ausprobieren, was ihnen gut tut. Ein Menstruationskalender, in der die Beschwerden des PMS auf einer Skala eingestuft und Besonderheiten festgehalten werden, ist außerdem hilfreich. Ansonsten heißt es vor allem geduldig sein, denn bisher ist es den Forschern nicht gelungen, ein Patentrezept gegen PMS zu entwickeln.


Quelle: Nach Informationen des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V.
Autor: Sibylle Fünfstück
Stand: May 28, 2009


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