Selbstmedikation bei Verdauungsproblemen
Abführmittel nur, wenn es nicht anders geht
Falsche Ernährung, Stress, Bewegungsmangel: Alle diese Faktoren schlagen nicht nur auf den Magen, sondern beeinträchtigen auch die Darmfunktion. Verdauungsbeschwerden sind häufig mit Völlegefühl und Unwohlsein begleitet. Der Gebrauch eines Abführmittels erscheint als der einzige Ausweg.
Wir muten unseren Verdauungsorgane eine Menge zu: Wir essen zu viel, zu fett und zu unregelmäßig. Wir bewegen uns zu wenig und haben viel Stress. Mögliche Folgen: Der Darm wird träge und die Hektik schlägt uns auf den Magen. Verdauungsprobleme sind häufig. Jeder Zweite ist mit seiner Verdauung unzufrieden. Speziell Frauen haben oft Probleme, den Darm in Schwung zu bekommen.
Vor dem allzu schnellen Griff zum Abführmittel sollte man erst einmal die Lebensweise ändern: Ausreichend Bewegung und eine ballaststoffreiche Ernährung (viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte) aktivieren den Darm. Nicht vergessen: Ausreichend trinken, sonst wirken die Ballaststoffe nicht. Morgens ein Glas warmes Wasser oder über Nacht in Wasser eingelegte Trockenpflaumen verstärken den Effekt.
Außerdem ist der Darm ein Gewohnheitstier: Jeden Tag zur gleichen Zeit sollte man eine "Sitzung" einplanen. Ganz in Ruhe. Spricht der Darm auf diese Maßnahmen nicht an und bleibt er hartnäckig träge, so kann man vorübergehend in Eigenregie zu einem Abführmittel greifen. Am besten, man lässt sich in der Apotheke beraten. Taucht dagegen im Stuhl Schleim oder Blut auf, hat man plötzlich eine hartnäckige Verstopfung oder wechseln sich Verstopfung und Durchfall ab, muss man die Ursachen beim Arzt klären lassen.
Auf falsche Ernährung und Stress reagiert auch der Magen ungnädig. Mit Magenschmerzen, Völlegefühl Übelkeit und Sodbrennen schlägt er Alarm. An der Entstehung dieser Beschwerden ist oft die Magensäure mit schuld. Wer einen empfindlichen Magen hat, der verträgt häufig bestimmte Nahrungsmittel nicht. Dazu gehören z. B. rohes Obst, Fettes, Scharfes, Eier, Meerestiere, Milch und Kaffee. Bei Magenbeschwerden sollte man also die Nahrungsmittel eine Zeit lang meiden, die man erfahrungsgemäß nicht verträgt. Zur Selbstmedikation eignen sich Medikamente, die die Magensäure binden oder ihre Produktion herabsetzen. Immer wiederkehrende Magenbeschwerden sollten einen jedoch zum Arzt führen. Das gilt natürlich auch fürs Sodbrennen. Hinter beidem können sich ernsthafte Erkrankungen verbergen. Und je früher man die erkennt, umso besser kann man sie behandeln.





