Ursachen
Gefährliche Magenkeime bei Reflux selten
Trägt das Magenbakterium Helicobacter pylori zum Entstehen der Refluxkrankheit bei? Diese Frage konnten Experten bisher nicht eindeutig klären. Eine aktuelle Literaturauswertung britischer Wissenschaftler spricht dafür, dass Helicobacter pylori bei der Refluxkrankheit keine Rolle spielt.
Die Wissenschaftler analysierten 20 Studien mit insgesamt 4.134 Patienten, 2.418 davon in Kontrollgruppen. Durchschnittlich fand sich bei 38,2% der Refluxkranken Helicobacter pylori, in der Kontrollgruppe dagegen bei 49,5% Testpersonen. Nur in fünf Studien ließ sich im Magen von Refluxkranken das Bakterium häufiger nachweisen als unter Teilnehmern, die keine Probleme mit zurückfließender Magensäure hatten.
Die Forscher kamen in ihrer Literaturauswertung zu dem Schluss, dass Helicobacter pylori sich bei Refluxkranken deutlich seltener findet als in den Kontrollgruppen. Stützen lässt sich diese Annahme auch durch einen Blick auf die geographische Verteilung von Refluxkrankheit und Helicobacter pylori: Der mittlere Osten weist eine höhere allgemeine Helicobacter-pylori-Infektionsrate auf als Westeuropa und Nordamerika, dennoch fanden sich in dieser Region das Magenbakterium bei Refluxkranken auffallend selten.
Helicobacter pylori gilt als gefährliches Magenbakterium, da es Erreger einer bestimmten Form von Magenentzündung (Gastritis Typ B) und ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung von Magengeschwüren ist.





