Nahrungsergänzungsmittel Vitamine
Vitaminpräparate - wem nützen sie?
Nahrungsergänzungsmittel halten gesund - eine Werbebotschaft, die ankommt. Noch nie waren Vitaminpillen so in der Mode wie heute. Etwa eine Milliarde Euro geben die Gesundheits-Fans jährlich für ihre Nahrungsergänzungsmittel aus.
Hinter der vermeintlich guten Tat für den Körper verbirgt sich häufig die Annahme, dass sich mit Vitamin-Pillen Alltagssünden wie ein Faible für Fast Food und Dauerstress ausgleichen lassen. Doch da ist der Wunsch Vater des Gedankens, denn während die positiven Effekte auf die Gesundheit von Obst und Gemüse wissenschaftlich belegt sind, lässt der Beweis für viele Vitaminpräparate noch auf sich warten.
Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) vertritt die Ansicht, dass Nahrungsergänzungsmittel für Erwachsene reichlich überflüssig sind. DGE-Präsident Prof. Peter Stehle ist überzeugt, dass man den Bedarf auch ohne Pillen leicht decken kann: Wir essen schließlich alle reichlich, oft sogar überreichlich. Und jeder Gesunde, der seine Lebensmittel sorgfältig auswählt und vielseitig kombiniert, bewegt sich auf sicherem Terrain." Wer Angst vor Mangelerscheinungen hat, fährt also mit Obst und Gemüse der Saison, frischen Kräutern, Getreideprodukten und Milchwaren viel sicherer, als mit den bunten Pillen.
Außerdem können die Mittel aus dem Chemiebaukasten die Vielfalt der Vitalstoffe pflanzlicher und tierischer Nahrungsmittel nicht ersetzten- nicht zuletzt weil das Zusammenspiel der zahlreichen natürlichen Substanzen noch lange nicht aufgeklärt ist.
Bei manchen Personen ist der Vitaminbedarf erhöht
Lediglich bei einigen wenigen Vitaminen kann es zu Engpässen kommen. Antje Gahl, Sprecherin der DGE: "Die dem alle vier Jahre erscheinenden Ernährungsbericht zugrunde liegenden Erhebungen zeigen, dass es in Deutschland eigentlich keinen echten Vitaminmangel gibt. Als kritische Nährstoffe können allenfalls Folsäure, Vitamin D und Jod gelten."
Außerdem kann der Bedarf an bestimmten Vitaminen manchmal - wie etwa in der Schwangerschaft, im Alter oder in besonderen Stresssituationen- steigen. Auch chronische Erkrankungen wie Diabetes und Medikamenteinnahmen können den Bedarf in die Höhe treiben. In solch einem Fall kann es nützlich sein, neben der gesunden Ernährung unterstützend zu gezielt dosierten Ergänzungspräparaten zu greifen.
Vitamine in der Schwangerschaft
Frauen in der Schwangerschaft oder mit Kinderwunsch sollten auf eine ausreichende Zufuhr von Folsäure achten. Denn hier steigt der Bedarf um stolze 100 Prozent. Für Schwangere ist die Versorgung mit dem B-Vitamin sehr wichtig, weil es die optimale Entwicklung des Ungeborenen sicherstellt. Im Fall eines Mangels- gerade in den ersten sechs Wochen der Schwangerschaft - können schwere Missbildungen auftreten. Daher empfehlen viele Ärzte ihren Patientinnen mit Kinderwunsch, bereits vor der Schwangerschaft mit der Einnahme von Fohlsäure-Präparaten zu beginnen. Zudem sollten Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Spinat, Brokkoli, Spargel, Rosenkohl, Eier und Nüsse häufig auf dem Teller landen.
Vitamine und Diäten
Die meisten Blitz-Diäten haben zwei Sachen gemein: Sie sind häufig reich an Entbehrungen und sehr einseitig. Da lässt ein Mangel an wichtigen Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffe nicht lange auf sich warten. Viel gesünder ist es, das gewichtige Problem langsam anzugehen und eine ausreichende Versorgung mit allen Vitalstoffen sicherzustellen.
Vitamine und Sport
Sportler haben im Allgemeinen keinen höheren Vitaminbedarf als gemütliche Personen. Sie haben sogar den Vorteil, sich wegen ihres höheren Grundumsatzes mehr auf den Teller laden und so sogar noch mehr Vitamine und Mineralstoffe zu sich nehmen zu können. Sportler, die jedoch leicht ins Schwitzen geraten, sollten ein Auge auf ihre Versorgung mit Magnesium werfen. Magnesiumpräparate können den Verlust des Mineralsstoffs durch das Schwitzen ausgleichen.
Vitamine im Alter
Menschen, die sich auch im Alter gesund ernähren und genug Sonne tanken, müssen keinen Vitaminmangel fürchten. Jedoch leiden viele Menschen über 65 unter einer entzündeten Magenschleimhaut, ohne es überhaupt zu merken. Die Entzündung schränkt wiederum die Aufnahme der Vitamine über die Darmschleimhaut ein. Vor allem die B-Vitamine können dann zu kurz kommen. Präparate mit Vitamin-B-Komplex können Engpässen vorbeugen.





