
Schwangere und Stillende
Schwangerschaft: Das Baby isst mit
In der Schwangerschaft und Stillzeit ist eine gute Ernährung wichtiger denn je: Schließlich wird der Körper des Kleinen komplett aus den Nährstoffen aufgebaut, die die Mutter liefert. Auch der Stoffwechsel der Schwangeren und der Stillenden braucht viele Vitamine und Mineralstoffe. Die Empfehlung, in der Schwangerschaft für zwei zu essen, ist jedoch schon lange nicht mehr aktuell.
Erst ab dem vierten Schwangerschaftsmonat erhöht sich der Energiebedarf der Mutter um zehn bis 15 Prozent. Viel wichtiger als der Kaloriengehalt der Nahrung sind Vitamine und Mineralstoffe. Denn das Kind kann sich nur dann gut entwickeln, wenn ihm dafür alle erforderlichen Nährstoffe zur Verfügung stehen.
Die Nährstoffdichte ist wichtig
Da es über die Mutter versorgt wird, ist es darauf angewiesen, dass die Ernährung der Mutter stimmt. Schwangere sollten daher Lebensmittel mit einer hohen Nährstoffdichte auswählen, Produkte also, die bezogen auf den Kaloriengehalt viele Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Eine gute Wahl sind etwa frisches Obst und Gemüse, Vollkorn- sowie Milchprodukte, Fisch und mageres Fleisch.
Auch nach der Geburt des Babys spielt die Ernährung der Mutter eine wichtige Rolle - vor allem, wenn sie stillt. Soll doch der Säugling mit der Muttermilch alles das aufnehmen, was er zum Wachsen braucht.
Folsäure hilft Missbildungen vorzubeugen
In Schwangerschaft und Stillzeit braucht die Mutter also mehr Vitamine und Mineralstoffe. Das bezieht sich vor allem auf die Vitamine A, D, E, B1, B2, B6, B12, C, Niacin und Pantothensäure. Auch muss sie ausreichend Jod zu sich nehmen. Eine besondere Rolle spielt die Folsäure: Untersuchungen zeigen, dass eine reichliche Zufuhr von Folsäure vor allem in der Frühschwangerschaft einer Fehlbildung vorbeugen kann. Eine tägliche Einnahme vor und während der Frühschwangerschaft vermindert das Risiko einer angeborenen Spaltbildung der Wirbelsäule (spina bifida).
Zu diesem Zweck gibt es Präparate, die 0,4 Milligramm Folsäure enthalten. Sie sind auch empfehlenswert, wenn eine Frau eine Schwangerschaft nur plant. Denn sie merkt nicht sofort, ob eine Befruchtung stattgefunden hat. Zur Sicherheit sollte sich eine Schwangere oder Stillende jedoch bei der Auswahl vom Arzt oder Apotheker beraten lassen.
Auch Jodtabletten empfehlen sich für Schwangere
Der Bedarf an Mineralstoffen wie Eisen, Jod, Magnesium, Kalzium und Zink erhöht sich während Schwangerschaft und Stillzeit ebenfalls. Es ist grundsätzlich empfehlenswert, die Extraportion an Vitaminen und Mineralstoffen über eine ausgewogene und vielseitige Ernährung zu decken. Gerade bei Jod sind aber Tabletten zu empfehlen, da eine Unterversorgung bei Kindern die körperliche und geistige Entwicklung stört. Hinzu kommt: Deutschland ist ein Jodmangelgebiet.
Manchen Schwangeren gelingt es aber grundsätzlich nicht, sich ausgewogen zu ernähren. In diesem Fall sind Multivitaminpräparate ratsam. Die Schwangere oder Stillende sollte sich bei der Auswahl des Präparats von einem Arzt oder Apotheker beraten lassen. Der Grund: Schäden am Ungeborenen und Aborte sind bei Vitamin A-Überdosierungen nicht auszuschließen. Größere Mengen Vitamin A - etwa mehrmals über drei Milligramm - sollten Schwangere vor allem zu Beginn der Schwangerschaft vermeiden. Eine Portion Leber von 125 Gramm kann schon fünf- bis zehnmal mehr als drei Milligramm enthalten.






