Wie geht der Arzt bei der Diagnosestellung vor?

Die Diagnose Multiple Sklerose ist nicht einfach zu stellen. Symptome wie Sehstörungen oder Taubheitsgefühl in Gliedmaßen, können zahlreiche andere Ursachen haben. Daher vergehen oft mehrere Jahre zwischen dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen und der Diagnosestellung.

Der Arzt wird zuerst die Funktionen Ihrer Hirnnerven prüfen. Das bedeutet, dass er die Sehschärfe, den Geruchssinn, das Schlucken und Sprechen beurteilt. Auch über den Tastsinn, die Muskelkraft und die Reflexe wird er sich ein Bild machen.

Bei dem begründeten Verdacht auf eine Multiple Sklerose können Kernspintomographie (MRT) und Lumbalpunktion die letzten Zweifel häufig beseitigen.
Nach der Diagnose wird der Arzt gemeinsam mit Ihnen mögliche Therapieoptionen besprechen und er wird in regelmäßigen Abständen untersuchen, ob und wie die Erkrankung fortschreitet.

Anhand der Befunde kann eine Einstufung der Krankheit auf einer international gebräuchlichen Skala wie der EDSS vorgenommen werden. In allen folgenden Untersuchungen kann dann festgestellt werden, ob und in welchem Maße sich die Krankheit verändert hat.

Außer dem Neurologen sollten MS Patienten auch andere Fachärzte in die Behandlung eingebunden werden: Bei Sehstörungen sollte der Augenarzt und bei Blasenfunktionsstörungen oder sexuellen Dysfunktionen der Urologe oder Frauenarzt konsultiert werden.

Das Verhältnis zwischen Patient und Arzt ist entscheidend für den Erfolg der Behandlung. Suchen Sie sich einen Arzt Ihres Vertrauens, mit dem Sie alle Fragen, die Sie beschäftigen ausführlich besprechen können. Ebenso entscheidend wie der Arzt und die Medikamente und sonstigen therapeutischen Maßnahmen ist Ihre eigene Mitarbeit in der Therapie. Bei chronischen Erkrankungen wie der Multiplen Sklerose ist die eigene Einstellung zur Erkrankung, der Umgang damit und die aktive Mitarbeit bei der Behandlung der wichtigste Eckpfeiler für den Erfolg.

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Autor: Springer Medizin
Stand: Jun 6, 2007


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