Tipps für Patienten
Pflanzliche Arznei: vom Apotheker beraten lassen
Pflanzliche Präparate sind meistens verträglicher als synthetische Medikamente. Trotzdem greifen auch Pflanzenextrakte in den Organismus ein und müssen darum verantwortungsvoll angewendet werden. Hinzu kommt: Es gelangen immer wieder dubiose Präparate auf den Markt, die unwirksam oder schädlich sind. Doch wie können sich Patienten vor unangenehmen Überraschungen schützen?
Vorsicht vor unlauteren Angeboten
Von Nahrungsmitteln mit pflanzlichen Inhaltsstoffen - wie Joghurt mit Johanniskraut- oder Erfrischungsgetränke mit Ginkgo-Zusatz - rät Marcela Ullmann vom Komitee Forschung Naturmedizin in München ab: Sie fallen nicht unter das Arzneimittelgesetz und müssen lediglich einige hygienische Vorschriften erfüllen. "Oft machen die Hersteller dieser Produkte falsche Versprechen." Die Konzentration der Wirkstoffe sei in diesen Produkten meistens viel zu gering.
Aber auch beim Kauf eines Präparats aus der Apotheke gibt es einiges zu bedenken:
- Wenn die Beschwerden ernster Natur sind (z.B. starke Blutungen, Krämpfe, Atemnot, Herzrasen, Lähmungen), darf keine Zeit mit Selbstmedikation vergeudet werden: Der Patient muss sofort den Arzt aufsuchen
- Wenn die Beschwerden trotz des Phytopharmakons anhalten, ist der Arztbesuch ebenfalls ein Muss
- Wer Medikamente verschrieben bekommt, sollte seinem Arzt unbedingt erzählen, welche anderen Medikamente er einnimmt - das gilt auch für Phytopharmaka. Denn zwischen den verschiedenen Präparaten sind unerwünschte Wechselwirkungen möglich
- Es ist nicht ratsam, die im Beipackzettel angegebene Dosierung ohne Absprache mit dem Arzt zu über- oder zu unterschreiten
- Es ist empfehlenswert, sich nicht nur auf Tipps von Freunden zu verlassen, sondern lieber den Arzt oder Apotheker um Rat zu fragen
Wer bei Pflanzenextrakten (Phytopharmaka) sichergehen will, sollte die Präparate nur in der Apotheke kaufen: Der Apotheker kennt die Qualität und die Wirksamkeit der Medikamente und kann Patienten darum fachkundig beraten.






