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Zeckenschutz für Kinder

Das Toben im Freien nicht verbieten, aber klug vorbeugen

Kinder bewegen sich oft im Lebensraum von Zecken: Sie spielen gerne im hohen Gras, Büsche laden zum Verstecken und Bäume zum Klettern ein. Einige Vorsichtsmaßnahmen helfen, Zeckenstiche zu vermeiden.

Kinder brauchen Freiraum, selbst wenn es mal zu einem Zeckenstich kommt

Der Garten, Wiesen, Parks und Wälder sind wunderbare Spielplätze für Kinder. Sie können sich austoben, die Natur entdecken, sich ein "geheimes" Versteck einrichten, ein eigenes Beet pflegen oder einfach nur den Wolken hinterherträumen. Und auch viele Eltern sind froh, wenn der Nachwuchs einmal nicht so genau beaufsichtigt werden muss. Die Erfahrungen, die Kinder dabei machen, sind für ihre Entwicklung unverzichtbar. Die Freiräume, die sie genießen, helfen ihnen, Fantasie und Selbstbestimmung zu entwickeln.

In Gärten, Parks und Wäldern bewegen sich Kinder jedoch möglicherweise auch im Lebensraum von Zecken. Damit besteht für sie ein erhöhtes Risiko, von den Blut saugenden Spinnentieren gestochen zu werden und eventuell an einer von Zecken übertragenen Krankheit wie Borreliose oder FSME zu erkranken. Für Eltern gilt es in dieser Situation, zwischen dem Bewegungs- und Entdeckerdrang des Nachwuchses und dem erhöhten Gesundheitsrisiko abzuwägen.

Verschiedene Schutzmaßnahmen erlauben es, den Kindern ihre Freiräume zu erhalten. Eltern sollten dabei berücksichtigen, dass eine auf dem Kind herumlaufende Zecke noch keine Gefahr darstellt, da Krankheitskeime erst durch den Stich der Tiere übertragen werden. Und auch eine Zecke, die bereits begonnen hat, sich in der Haut zu verankern, ist keine Katastrophe, wenn sie rasch entdeckt und vollständig entfernt wird und in den bekannten FSME-Risikogebieten ein entsprechender Impfschutz besteht.

Auch eine Infektion mit Borrelien braucht nicht sofort befürchtet zu werden. Die Ansteckungsgefahr steigt nach dem Stich zunächst nur langsam an und erreicht erst nach etwa 24 Stunden ihren Gipfel. Außerdem trägt bei weitem nicht jede Zecke die Krankheitserreger in sich, und nicht jeder Stich einer infizierten Zecke führt zum Ausbruch der Erkrankung. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts zieht deutschlandweit nur etwa jeder 300. Zeckenstich eine Borreliose nach sich, und selbst in Regionen mit dem höchsten Ansteckungsrisiko tritt die Erkrankung nur nach jedem zehnten Zeckenstich auf.

Zeckenstiche sollten allerdings darauf beobachtet werden, ob sich innerhalb von einigen Tagen bis zu vier Wochen die bekannte Wanderröte um die Einstichstelle bildet, die auf eine Borrelien-Infektion hinweist. In diesem Fall muss unverzüglich mit einer Antibiotika-Behandlung begonnen werden. Auch bei grippeähnlichen Beschwerden einige Wochen nach einem Zeckenstich sollte an die Möglichkeit einer Borreliose gedacht und der Arzt über den Stich informiert werden.

Welche Schutzmaßnahmen für Kinder sollten ergriffen werden?

Grundsätzlich sollten bei Kindern die gleichen Vorsichtsmaßnahmen wie bei Erwachsenen ergriffen werden. Einige Besonderheiten sollten bei Kindern jedoch beachtet werden.

In FSME-Risikogebieten oder bei Aufenthalten in entsprechenden Regionen sollten Kinder unbedingt gegen die gefährliche Virus-Erkrankung geimpft werden.

Aufgrund ihrer Körpergröße ist bei Kindern verstärkt mit einem Zeckenbefall am gesamten Körper zu rechnen. Kinder untersuchen die Natur in ihrer Umgebung intensiv und können dabei leicht auch mit dem Kopf den Lebensraum von Zecken streifen. Möglichst nach jedem Aufenthalt im Freien, unbedingt aber am Abend müssen Kinder deshalb besonders gründlich abgesucht werden. Haaren, Ohren, Achseln und Schrittbereich ist dabei noch mehr Sorgfalt zu widmen als bei Erwachsenen.

Lange, möglichst abschließende Kleidung sollte nicht nur an den Beinen (Socken über die Hose) sondern auch an den Armen getragen werden. Barfuss oder nackt herumzutollen ist gerade für kleine Kinder ein großes Vergnügen, doch sollte sich daran stets eine gründliche Inspektion auf unerbetene "Besucher" anschließen.

Repellents (Insektenschutzmittel) stehen prinzipiell auch für Kinder zur Verfügung. Ihre Wirkung hält jedoch oft nur wenige Stunden an. Der Schutz ist nicht immer völlig zuverlässig. Außerdem sollten die Dosieranleitungen für die Anwendung bei Kindern streng befolgt werden.


Quelle: Borreliose und FSME Bund Deutschland, American College of Physicians: Lyme Disease und Centers for Diesease Control and Prevention
Autor: Jan Groh
Stand: Apr 21, 2009


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