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Lifeline fragt nach - Dr. Udo Schneider

Heute: Wie kann ich mich effektiv gegen Zeckenstiche schützen?

Die warme Jahreszeit lockt nicht nur uns Menschen in die Natur - auch die Zecken werden jetzt aktiv. Ein Zeckenstich kann Erkrankungen wie Borreliose oder gar FSME (Hirnhautentzündung) auslösen. Daher ist es wichtig, sich zu schützen. Im Experteninterview erfahren Sie wie.

lifeline.de: Dr. Schneider, welche Schutzmaßnahmen gegen Zecken kann ich für mich und meine Kinder ergreifen?

Dr. Udo Schneider: Bei Ausflügen in die Natur sollte man in jedem Fall zweckmäßige Kleidung tragen (abgeschlossene Kleidung). In den bekannten Zeckenrisikogebieten sollte möglichst wenig Haut expositioniert werden. So genannte Repellents ? chemische Substanzen, die zur Abwehr von Insekten eingesetzt werden - können Zecken abschrecken. Auf jeden Fall sollte man nach Ausflügen sich gegenseitig nach Zecken absuchen.

lifeline.de: Sind Zeckenschutzmittel wirksam?

Dr. Udo Schneider: So gennante Repellents bieten einen gewissen Schutz, darauf verlassen sollte man sich aber nicht. Sie ersetzen in keinem Fall das Absuchen des Körpers nach Zecken.

lifeline.de: Gegen was genau schützen Zeckenimpfungen?

Dr. Udo Schneider: Gegen Borreliose gibt es keine Impfung, allerdings gegen die so genannte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), also die Hirnhautentzündung. Für Menschen, die sich in den Risikogebieten aufhalten sich viel im Freien aufhalten, wird eine FSME-Impfungen empfohlen. Für kurzfristige Reisen in Risikogebieten sollte man sich eine Empfehlung vom Hausarzt einholen.

lifeline.de: Wie soll ich mich nach einem Zeckenstich verhalten?

Dr. Udo Schneider: Wichtig ist: Die Zecke sollte schnellst möglichst entfernt werden. Denn das Infektionsrisiko durch eine Zecke steigt mit der Dauer deren Verbleibs in der Bissstelle. Je schneller die Zecke also entfernt wird, desto geringer die Gefahr einer Infektion.

lifeline.de: Wenn ich die Zecke nach einem Stich noch zu fassen bekomme, sollte ich diese meinem Hausarzt zeigen?

Dr. Udo Schneider: Was er machen kann: die Größe der Zecke einschätzen. Die Zecken werden ja nicht infiziert geboren. Allgemein kann der Hausarzt sagen: Je größer die Zecke, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Zecke infiziert war.

lifeline.de: Welche Anzeichen lassen auf eine Erkrankung nach einem Zeckenstich schließen?

Dr. Udo Schneider: Wurde man von einer Zecke gebissen, dann sollte man die Stichstelle beobachten. Das erste Anzeichen ist die so genannte Wanderröte, die sich um die Bissstelle herum bildet. Diese verändert sich im Laufe der nächsten Tage, sie verändert ihre Lokalisation und hat einen Durchmesser von mehreren Zentimetern. In der Regel typischer Befund (Blickdiagnose), antibiotische behandlung.

Bei einer Borreliose beschränkt sich eine Erkrankung auf ein Organsystem (Bewegungsapparat, Nervensystem), kann aber in der Regel antibiotisch behandelt werden.

lifeline.de: Dr. Schneider, wir danken für das Gespräch.


Autor: lifeline.de
Stand: Mar 2, 2010


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