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Forschung

FSME: Nur rechtzeitige Impfung hilft

Sommerzeit ist auch Zeckenzeit. In vielen Regionen Deutschlands und Europas sind die Blut saugenden Parasiten Träger des gefährlichen FSME-Virus, des Erregers der Frühsommer-Meningoenzephalitis. Nur eine vorbeugende aktive Impfung kann wirkungsvoll vor der Infektion schützen.

Vor allem ältere Menschen, die körperlich aktiv sind und sich häufig im Freien aufhalten, sollten sich impfen lassen, rät PD Dr. Jochen Süss, Jena. Denn mit zunehmendem Lebensalter steigt das Risiko für einen schweren Verlauf der Infektion.

Die Karte mit den als Risikoregionen für FSME eingestuften Städten und Landkreisen in Deutschland muss jedes Jahr aktualisiert werden. Nach einer Mitteilung des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI) wurden jetzt zwei weitere Regionen zu Risikogebieten für FSME erklärt. Damit erhöhte sich deren Zahl auf insgesamt 90. Die meisten der 274 im Jahr 2004 an das RKI gemeldeten Infektionen traten in Baden-Württemberg (48 Prozent) und Bayern (39 Prozent) auf. Süss geht jedoch von einem generellen FSME-Risiko in ganz Bayern aus, unabhängig davon, ob diese Landkreise bereits als Risikogebiete ausgewiesen seien.

Der so genannte FSME-Gürtel erstreckt sich von Deutschland über Russland bis nach China, die Mongolei und sogar Japan. Dabei ist das Infektionsrisiko in den einzelnen Ländern recht unterschiedlich. So lag etwa Litauen mit 22 Erkrankten pro 100.000 Einwohner im Jahr 2003 an der Spitze in Europa, wie aus einer Übersicht des Centrums für Reisemedizin in Düsseldorf hervorgeht. Demnach ist das FSME-Risiko auch in den übrigen baltischen Staaten überdurchschnittlich hoch. Das andere Extrem findet sich in Dänemark, Frankreich, Griechenland und Italien: In diesen Ländern ist FSME so gut wie kein Thema. Ausnahmen sind die Insel Bornholm in Dänemark, vereinzelte Regionen im Elsass und in Lothringen oder in der Nähe von Grenoble, isolierte FSME-Inseln in Italien und ein Naturherd bei Thessaloniki. Als bekanntes Hochrisiko-Gebiet gilt Österreich, wo das Virus bis in eine Höhe von 1.000 Metern vorkommt.

Um den Patienten kompetent reisemedizinisch beraten zu können, sollten die Ärzte auch über alle bekannten Risikogebiete Bescheid wissen. Innerhalb Deutschlands wird die FSME-Impfung generell von den Kassen getragen. Vor allem ältere Menschen sollten sich vor einer Reise in ein Hochrisikogebiet impfen lassen, da im höheren Alter die Infektion häufig schwerer verläuft als bei Jüngeren, erklärte PD Dr. Süss. Auch müssten die Impfabstände bei Senioren exakt eingehalten werden, da die Schutzwirkung der Impfung im Alter rascher nachlasse als bei Jüngeren.


Quelle: Nach Informationen der Ärzte Zeitung
Autor: Springer Medizin
Stand: Aug 8, 2007


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