Syphilis erlebt unerwartetes Comeback
Über zwölf Millionen Menschen infizieren sich pro Jahr weltweit
Junge Ärzte kennen viele Erkrankungen nur aus dem Lehrbuch. Dazu zählt etwa die Geschlechtskrankheit Syphilis, die in den Industrienationen über Jahrzehnte hinweg Seltenheitswert hatte. Seit einigen Jahren nimmt die Krankheit wieder zu, und nicht jeder Arzt ist in der Lage, sie zu diagnostizieren.
Kevin Fenton und seine Kollegen vom Center for Disease Control and Prevention in Atlanta dokumentierten in einer Untersuchung, dass die Krankheit aufgrund der jahrzehntelangen erfolgreichen Vorsorge und Kontrolle in den 90er Jahren nahezu eliminiert war. Zehn Jahre später hat sich das Bild jedoch gewandelt. Seit Beginn des 21.Jahrhunderts tritt die Geschlechtskrankheit auch in den Industrienationen wieder häufiger auf. So erreichte die Zahl der Syphiliserkrankten in Deutschland 2004 einen vorläufigen Höchststand. 3352 Betroffene ließen sich in diesem Jahr beim Arzt wegen der Geschlechtskrankheit behandeln.
Etwa zwölf Millionen Menschen infizieren sich pro Jahr weltweit mit Syphilis. Der bakterielle Erreger hört auf den Namen Treponema pallidum". Er wird fast ausschließlich über sexuellen Kontakt übertragen. Eine weitere Übertragungsmöglichkeit ist das Blut. Ein infizierter Partner gibt das Bakterium in 50 Prozent aller Fälle weiter. Eine erkrankte Schwangere kann das Kind über den Mutterkuchen infizieren. Im ersten Stadium einer Infektion kommt es zur Bildung von Geschwüren an der Eintrittsstelle des Erregers. Nach acht Wochen können Symptome wie Fieber, juckender Hautausschlag, Knötchen und Warzen hinzukommen.
Selbst wenn die Symptome der Erkrankung abgeklungen sind, kann die Syphilis über Jahre hinweg ansteckend bleiben. In seltenen Fällen kann die Infektion auch zu schweren Organerkrankungen der Haut, Leber und Knochen führen. Wegen der Bandbreite der Krankheitsanzeichen erfordert die Diagnose einer Syphilis große ärztliche Erfahrung und spezielle Blutuntersuchungen im Labor.









