Sexualität & Trends
Sex vor dem Wettkampf schadet nicht
Entwarnung für alle Leistungssportler: Es gibt kaum wissenschaftlich begründete Hinweise dafür, dass Sex in der Nacht vor einem Wettkampf die Leistungsfähigkeit mindert.
Die Vorstellung, dass Sex in der Nacht vor einem Wettkampf die Leistungsfähigkeit mindert, ist in der Welt des Sports weit verbreitet. Berti Vogts erteilte seinen Spielern während des WM-Turniers 1994 in den USA striktes Sex-Verbot. Der britische Sprinter Linford Christie berichtete über schwere Beine, wenn er sich nicht an das von seinen Betreuern auferlegte Zölibat hielt.
Doch mehr als Erfahrungsberichte lassen sich zum Beleg der Leistungsminderungs-Hypothese nicht anführen. Nach Ansicht von Dr. Ian Shrirer, Präsident der Kanadischen Akademie für Sportmedizin, beeinflusst der Koitus in der Nacht vor einem Wettkampf keinen der für sportliche Leistungen relevanten physiologischen Parameter. Am plausibelsten erscheint Shrirer noch ein psychologischer Effekt. Demnach kann der eher harmonisierende und aggressionsabbauende Effekt von Sex für die sportliche Leistung nachteilig sein. Wenn man an einige Sportskameraden denkt, die sich etwa beim Fußball reihenweise Rote Karten abholen, kann man aber auch dieses Argument umkehren. Wissenschaftliche Untersuchungen gibt es zu diesem psychologischen Aspekt bislang aber nicht.
Andere Mediziner sind jedoch im Gegenteil der Ansicht, dass Sex die Leistungsfähigkeit steigert. Der Israelische Sportarzt Alexander Olshanietzky behauptet, dass Frauen, die in der Nacht vor dem Wettkampf einen Orgasmus hatten, besser laufen und springen können. Die Erfahrung der letzten Olympischen Spiele zeigt, dass die Sportler selber eher Olshanietzkys Hypothese unterstützen. Im Schnitt wurden drei Kondome pro Tag an die Athleten ausgegeben.









