Sexualität & Trends
Sex in den Medien: Echt scharf?
In Zeitungen, Fernsehen und Internet haben Werbeleute und Quotenjäger "Sex sells" zu ihrem Leitmotto erkoren. So scheint es zumindest. Doch stimmt der Eindruck überhaupt, dass Sexthemen zugenommen haben? Und selbst wenn: Was ist so schlimm daran? Kann Sex in den Medien nur Schaden anrichten oder kann er den Menschen auch Nutzen bringen?
"Sex mit 13", "Scharfe Blicke - Wilde Träume" sind einige Titel deutscher Talkshows, die das Thema Sex ankündigen. Nun hat sich eine Untersuchung mit dem Anteil von "Sexgeschichten im Fernsehen" befasst. Das Ergebnis: Wo Sex "draufsteht", ist nicht immer Sex drin. Die Überschrift soll die Einschaltquote steigern, oftmals hat der Inhalt der Sendung aber kaum mit Sex zu tun. Tatsächlich waren bei den 500 untersuchten Sendungen "Beziehungen" mit 22 Prozent Spitzenthema. In die Kategorie "Sex" konnten nur 5,6 Prozent der Sendungen eingestuft werden. Keine der Sendungen behandelte abnorme Sexpraktiken, letztlich überschritt keine der Abhandlungen über Sex gesellschaftliche Normen. Nach wilden Ankündigungen bleibt also alles eher brav.
Sex im Internet hat auch positive Seiten
Über das Internet lassen sich Sexinhalte leichter verbreiten: Das Internet ist preiswert und anonym. Die Menschen fühlen sich frei und reden offen über ihr Sexualleben, über Wünsche, Sorgen und Ängste. Die Frage, die in diesem Zusammenhang auftaucht: Kann Sex im Internet schädlich sein oder gar süchtig machen?
Laut Ulrich Hegerl von der Psychiatrischen Universitätsklinik München ist Sex der am meisten gesuchte Begriff im Internet. Professor Hegerl führte eine Studie mit 1.000 Online-Probanden durch. Bei vier Prozent der Befragten diagnostizierte er einen krankhafter Gebrauch des Internets, viele Nutzer hielten sich 20 Stunden pro Woche auf pornographischen Seiten auf. Die Ursache, sagt der Wissenschaftler, sei häufig eine psychische Erkrankung, zum Beispiel eine
Doch das Internet hat auch positive Auswirkungen auf den Umgang mit Sex. Die Anonymität schützt den Benutzer, intime Ängste und Schwierigkeiten können offen, aber ohne Preisgabe der eigenen Person, angesprochen werden. Vor allem findet man im Internet Menschen, die ähnliche Probleme haben und mit denen diese ausgetauscht werden können. Den Absprung von online zu offline darf man allerdings nicht verpassen, warnen Experten. Das Internet sollte nicht dazu führen, Probleme nur noch virtuell abzuhandeln und sie im wahren Leben zu verdrängen.









