Selbstbefriedigung
Tabu-Thema Selbstbefriedigung
Viele Frauen und Männer haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie sich selbst befriedigen. Sie fürchten, etwas Schmutziges zu tun. Bei einigen sitzen die Vorurteile früherer Generationen tief: Selbstbefriedigung mache taub, blind und dumm - das Rückenmark schwinde, die Schamlippen würden dick und rot, Frauen könnten nicht mehr schwanger werden und Männer keine Kinder zeugen.
Kein Arzt und kein Sexualforscher würde heute eine chronische körperliche oder geistige Erkrankung darauf zurückführen, dass ein Patient sich selbst befriedigt hat. Denn sicher ist: Selbstbefriedigung ist absolut ungefährlich.
Im Mittelalter verteufelte die christliche Kirche Selbstbefriedigung als schwere Sünde; gleichzeitig wurden medizinische Theorien verbreitet, wonach das "Herumspielen" am eigenen Geschlecht zu bösartigen Krankheiten führe. Daran glaubt inzwischen nur noch eine Minderheit - und doch ist Selbstbefriedigung immer noch eines der wenigen sexuellen Tabuthemen. Den meisten Frauen und Männern ist es außerordentlich peinlich, über den Sex mit sich selbst zu sprechen.
Keine Notlösung
Viele sehen in der Selbstbefriedigung einen minderwertigen Ersatz für Sex mit einem Partner. Wer masturbiere mache es ja nur, weil er niemanden habe, nicht begehrt sei und sich anderweitig behelfen müsse. Selbstbefriedigung aber ist keine Notlösung: Der Sex mit sich selbst gehört zum Geschlechtsleben wie Küssen, Streicheln, verschiedene Stellungen oder Rollenspiele. Der Vorteil ist nur, dass man nicht auf einen Partner angewiesen ist. Das Geheimnis der sexuellen Lust steckt einzig und allein in den eigenen Fingerspitzen.









