
Potenz und Impotenz
Harte Tatsachen dank feiner Nadel
Kleiner Pieks, große Wirkung: Männer mit Erektionsproblemen können sich im Handumdrehen selbst helfen. Einfach eine Insulinspritze zur Hand, die individuelle Dosis des Glück bringenden Medikamentes aufgezogen und schon steht, was stehen muss.
Und so einfach geht es: Direkt vor dem geplanten Geschlechtsverkehr injiziert Mann sich ein Medikament, dass den körpereigenen Botenstoff Alprostadil (Prostaglandin E1) enthält. Dieser lässt die Muskeln neben den Penisarterien erschlaffen und verschafft den Arterien so mehr Platz. Dadurch kann mehr Blut in die Schwellkörper fließen und die Erektion lässt nicht lange auf sich warten. Nach etwa einer Stunde soll die Wirkung des Medikamentes abklingen und die Erektion schwinden.
Und welchem Mann schon das Wort Injektion" Schmerzen bereitet, der kann aufatmen: Die Nadeln, die in den Schwellkörper gestochen werden müssen, sind so fein, dass der Einstich kaum zu spüren ist.
Der Vorteil dieser Methode ist, dass selbst jene Männer zu einem erfüllten Sexualleben finden, bei denen die Nervenbahnen zwischen Gehirn und Penis geschädigt sind, wie etwa im Fall einer Querschnittslähmung. Die Therapie kann jedoch auch bei Patienten zum Einsatz kommen, bei denen die erektile Dysfunktion andere Ursachen hat.
Doch ganz ohne Nebenwirkungen kommt die Behandlung mit der Spritze nicht aus. Wenn die Dosis nicht genau auf den Patienten eingestellt ist, können schmerzhafte Dauererektionen auftreten, die zu irreversiblen Schäden führen können und den Penis endgültig funktionsunfähig machen. In diesem Fall muss sofort ein Arzt konsultiert werden, der ein Gegenmittel in den Schwellkörper spritzt. Weitere mögliche Folgen sind eher ästhetischer Natur, denn nicht immer lassen sich Blutergüsse an der Injektionsstelle vermeiden.
Wen diese Aussichten abschrecken, sollte lieber zur Vakuumpumpe greifen. Für alle anderen sind die Schwellkörperinjektionen eine sichere Methode für ein befriedigendes Liebesleben.









