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Potenz & Impotenz

Sexualstörungen bei Frauen

Bei Sexualstörungen wie Impotenz oder Erektionsstörungen schweigen die meisten Männer lieber, als dass sie sich einem Arzt, guten Freunden oder der Partnerin anvertrauen. Dennoch konnte man in den letzten Jahren zunehmend eine Enttabuisierung dieses sensiblen Themas beobachten. Heute werden Männer in zahlreichen Initiativen und Selbsthilfegruppen dazu ermutigt, ihre Potenzprobleme offen anzusprechen. Bei Frauen sieht die Situation ganz anders aus.

Sexuelle Störungen bei Frauen weniger gut erforscht

Bis heute sind weibliche Sexualbeschwerden weniger gut erforscht als Sexualstörungen bei Männern. Nicht selten werden sexuelle Störungen bei Frauen als "altersbedingt" abgetan. "Völlig zu Unrecht", erklärt der Hamburger Gynäkologe und Sexualmediziner Dr. Johannes Sievers, "denn sexuelle Probleme bei Frauen haben sehr häufig körperliche Ursachen, die erfolgreich behandelt werden können. Vielen Patientinnen kann auf diesem Wege wieder zu einem erfüllten Sexualleben verholfen werden."

Laut einer amerikanischen Studie leiden 43 Prozent der befragten Frauen im Alter zwischen 18 und 59 Jahren an Sexualstörungen. Damit ist fast jede zweite Frau von Beschwerden wie Libido-Verlust, Orgasmusstörungen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und Erregungsstörungen sowie Scheidentrockenheit betroffen. "Insbesondere Libidostörungen haben in den vergangenen Jahren zugenommen", so Dr. Sievers.

In Deutschland gibt es laut Sievers bislang kein spezielles frauenärztliches Angebot zur Behandlung weiblicher Sexualstörungen - viele Patientinnen bleiben deswegen unbehandelt. Dabei gibt es inzwischen eine Reihe erprobter Diagnose- und Therapieverfahren, die in den USA erfolgreich angewandt werden. "Diese Erfahrungen wollen wir jetzt auch in Deutschland nutzen," kündigt Dr. Sievers an.

Sexuelle Unslust durch fehlende Hormone

Vor allem männliche Hormone - so genannte Androgene - spielen beim sexuellen Verlangen eine Schlüsselrolle. Das gilt für Frauen genauso wie für Männer. Laut Dr. Sievers besteht zwischen der fehlenden Libido und einer Unterversorgung der Frau mit männlichen Hormonen (Androgenen) ein Zusammenhang: Bei Frauen mit einem Libido-Mangel liegen die Hormonwerte unterhalb des Normwertes. Besonders häufig sind von einem Androgenmangel Frauen in den Wechseljahren betroffen, denn während der Menopause kann die Produktion von männlichen Hormonen vermindert sein.

Verminderte Libido auf Grund organischer Störungen

Eine verminderte Libido kann nicht nur hormonell sondern auch organisch bedingt sein. Das eingeschränkte Lustempfinden kann beispielsweise nach einer Gebärmutteroperation, Geburtseingriffen oder chirurgischen Behandlungen im Beckenbereich auftreten. Auch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und Arteriosklerose, Fettstoffwechsel- oder Schilddrüsenstörungen sind als Ursache für eine verminderte Libido möglich. Psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Psychosen können sich ebenfalls negativ auf das Lustempfinden von Frauen auswirken. Außerdem kann die Einnahme bestimmter Medikamente zu Nebenwirkungen führen, die einen Libidoverlust mit sich bringen.

Die Therapie: So vielschichtig wie die Ursachen

Eins steht fest: Sexualstörungen bei Frauen sind von komplexer Natur, ein Allheilmittel für die Behandlung gibt es nicht. Eine Therapie muss somit auf körperliche, psychische und partnerschaftliche Problemfaktoren eingehen können. Bei organisch bedingten Störungen erfolgt häufig eine medikamentöse Therapie. Ein nichthormonelles Medikament als Alternative zu einer Hormonsubstitution kann bei Frauen nach den Wechseljahren zu einer Steigerung der Libido führen.

Besonders bei Hormon-, Sensibilitäts- und Durchblutungsstörungen lassen sich nach Angaben von Dr. Sievers gute Behandlungserfolge erzielen. "Wir können vielen Frauen, die an einer sexuellen Störung leiden, helfen, das Problem zu lösen oder zumindest zu lindern. Bei psychischen oder partnerschaftlichen Ursachen können sexualmedizinisch geschulte Therapeuten effektive Hilfe leisten. Insgesamt sollte die Behandlung körperliche und seelische Aspekte gleichermaßen berücksichtigen und somit allen Facetten des Sexuallebens der Frau gerecht werden."


BSMO, 20.12.05


Nach Information von impressum Publikation und PR


Unter www.sexuelle-stoerungen-der-frau.de erhalten Sie weitere Informationen zum Thema

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Autor: Springer Medizin
Stand: Dec 21, 2005


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