
Potenz & Impotenz
Potenzstörung - Guter Arzt ist Gold wert
Ein Mann mit Erektionsstörungen geht selten kurzentschlossen zum Arzt. Oft zaudert er, denn leicht fällt es nicht, über das sehr intime Problem mit einem Fremden zu reden. Der Betroffene wird sich fragen, welcher Arzt am geeignetsten ist und die passende Therapie findet. Grundsätzlich ist es ratsam, einen Urologen aufzusuchen, denn er ist Spezialist für Erektionsstörungen.
"Der Urologe sieht enorm viele Männer mit Erektionsstörungen und kennt daher die ganze Palette", sagt Dr. Jürgen Zumbé, Leiter der Urologischen Abteilung im Klinikum Leverkusen. Das gelte sowohl für niedergelassene Urologen als auch für Krankenhaus-Fachärzte, die oft spezielle Erektionssprechstunden anbieten. "In den Krankenhäusern geschieht nichts anderes als beim Niedergelassenen. Zu bedenken ist allerdings, dass es in den Kliniken ein gewisses Stigma gibt: Da sitzen sechs Männer im Warteraum und jeder weiß vom anderen, dass er unter Erektionsstörungen leidet. Eine urologische Praxis, in die Patienten aus den unterschiedlichsten Gründen kommen, bietet da oft einen ungezwungeneren Rahmen", meint Zumbé.
Die meisten Ärzte nehmen Erektionsprobleme ernst
Manche Patienten ziehen auch ihren Hausarzt vor, der ihnen seit Jahren vertraut ist. Dagegen ist nichts einzuwenden, denn viele Allgemeinmediziner kennen sich ebenfalls recht gut mit dem Problem aus. Wichtig ist vor allem, sich bei Erektionsstörungen schnell einem Arzt anvertrauen. Denn nur ein Mediziner kann die Ursache erkunden und entscheiden, welche Therapie geeignet ist.
Sicherlich gibt es den einen oder anderen Arzt, der die Erektionsstörungen als eine Befindlichkeitsstörung abtut, die sich von selbst wieder einrenkt. Dies ist ein deutliches Zeichen, dass der Patient an der falschen Adresse ist, meint Zumbé. Die Reaktion offenbart nicht nur eine gewisse Grobschlächtigkeit. Sie zeigt auch: Der Arzt kennt sich nicht aus. Andernfalls wüsste er, dass eine unbehandelte Erektionsstörung sich meistens eher verstärkt als bessert. Es wäre ihm außerdem bekannt, dass Erektionsstörungen Vorboten von schweren Erkrankungen wie Arteriosklerose und Diabetes sein können. Es spricht auch gegen den Arzt, wenn er seine eigene Haltung zur Sexualität zum Maßstab erhebt und Äußerungen macht wie "Sex ist nicht das Wichtigste im Leben".
Doch derartige Reaktionen sind relativ selten. Die meisten Ärzte nehmen Erektionsstörungen durchaus ernst. Wichtig ist, dass der Patient das Problem nicht auf sich beruhen lässt, wenn er in einer Praxis Sensibilität vermisst. Es ist in jedem Fall besser, den Arzt zu wechseln, denn eine unbehandelte Erektionsstörung kann schwerwiegende körperliche und seelische Folgen haben.
Ein kompetenter Arzt stellt viele Fragen
Ein guter Arzt stellt viele detaillierte Fragen nach Sexualität und Partnerschaft. Das mag dem einen oder anderen Mann anfangs unangenehm sein. Doch offenbart der Arzt durch seine Reaktion Kompetenz: Er muss möglichst viel erfahren, um eine genaue Diagnose zu stellen, die Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist. "Wenn der Arzt dagegen ohne viele Fragen nur den Rezeptblock zieht, ist die Behandlung meistens suboptimal", sagt Zumbé.
Aber nicht nur Fragen sind wichtig: Der Arzt sollte den Patienten auch informieren über mögliche Ursachen und Therapien. Dafür muss er sich ausreichend Zeit nehmen. Wenn es beim ersten Treffen wegen Hochbetriebs in der Praxis aber nicht gleich zu einem umfassenden Gespräch kommt, ist dies nicht aber immer ein schlechtes Zeichen: Ein souveräner Arzt vereinbart in diesem Fall kurzfristig einen zweiten Termin für den nächsten oder übernächsten Tag, sagt Zumbé.









