Potenz & Impotenz
Potenzpille nur auf Rezept
PDE-5-Hemmer wie Vardenafil helfen Männern mit Erektionsstörungen schnell und wirkungsvoll. Was vielen Patienten aber ebenso wichtig sein dürfte: Die Medikamente sind auch sehr sicher, wie eine Reihe von Vardenafil-Studien mit insgesamt rund 4.000 Teilnehmern belegt hat. Voraussetzung ist jedoch, dass der Patient sich von einem Arzt genau untersuchen lässt, bevor er einen PDE-5-Hemmer nimmt.
Niemals sollte sich ein Mann mit Erektionsstörungen eine verschreibungspflichtige Potenzpille wie Vardenafil von einem Freund geben lassen oder gar auf dubiose Angebote im Internet eingehen. Denn es ist gut möglich, dass sich hinter den Beschwerden eine ernsthaftere Erkrankung verbirgt, die dringend behandelt werden muss. Männer sollten eine Potenzpille deshalb nur nehmen, wenn sie zuvor beim Arzt waren und ein Rezept erhalten haben.
Erektionsstörungen sind oft die Folge von Gefäßerkrankungen. Darum untersucht der Hausarzt oder Urologe auch Herz und Kreislauf. Sollte sich herausstellen, dass ein Patient unter einer schweren Herz-Kreislauf-Erkrankung - z.B. einer Vorstufe des Herzinfarkts (instabile Angina pectoris) - leidet, wird der Arzt keinen PDE-5-Hemmer verschreiben. Denn jede größere körperliche Anstrengung, so auch der Geschlechtsakt, kann in diesem Fall gefährlich sein.
Patienten mit einem Blutdruck unter 90/50 mmHg (Hypotonie) sollten PDE-5-Hemmer ebenfalls nicht einnehmen, da die Medikamente die Hypotonie verstärken können.
Weitere Krankheiten, bei denen der Arzt PDE-5-Hemmer nicht verschreibt, sind:
- eine schwere Störung der Leberfunktion (Leberinsuffizienz)
- eine ausgeprägte Niereninsuffizienz, die eine Dialysebehandlung notwendig macht
- Retinopathia pigmentosa (Erkrankung der Netzhaut, die meistens erblich bedingt ist)
Penismissbildungen schließen eine Behandlung mit PDE-5-Hemmern nicht grundsätzlich aus. Doch müssen Patienten, die etwa unter einer angeborenen Peniskrümmung oder einer Bindegewebevermehrung (Fibrose) im Bereich des Penisschwellkörpers leiden, mit den Medikamenten besonders vorsichtig umgehen. Das Gleiche gilt für Männer mit bestimmten Bluterkrankungen wie Leukämie und Sichelzellanämie, denn bei diesen Leiden kann eine Potenzpille leicht eine schmerzhafte Dauererektion (Priapismus) auslösen.
Der Arzt wird den Patienten auch fragen, welche Medikamente er nimmt, da zwischen bestimmten Wirkstoffen Wechselwirkungen möglich sind. Gelegentlich kann die Wirkung eines Medikaments durch die Kombination mit einer anderen Substanz abnehmen oder sich verstärken. Der Mann sollte darum alle Arzneien aufzählen, die er nimmt - auch solche, die ihm zunächst nicht nennenswert scheinen, wie pflanzliche Arzneien. Ob Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auftreten, ist nämlich nicht davon abhängig, ob ein bestimmter Wirkstoff freiverkäuflich oder nur mit einem Rezept zu erhalten ist.
Zu den Substanzen, die mit PDE-5-Hemmern in Wechselwirkung treten können, zählen:
- Nitrate und Stickstoffmonoxid-Donatoren: die blutdrucksenkende Wirkung dieser Medikamente verstärkt sich oft, wenn der Patient zugleich einen PDE-5-Hemmer erhält; auch in Kombination mit Alpharezeptorenblockern, die Ärzte unter anderem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen einsetzen, sind Potenzpillen nicht zu empfehlen
- Medikamente mit starken CYP3A4-Hemmern wie die Antimykotika (Antipilzmittel) Ketoconazol und Itraconazol. CYP3A4-Hemmer behindern den Abbau von PDE-5-Hemmern im Blut und verstärken darum oft seine Wirkung
- Auch Grapefruitsaft kann CYP3A4-Enzyme in geringem Grade hemmen - während einer Vardenafil-Therapie ist darum ein Verzicht auf das herb-bittere Getränk ratsam
Patienten, die sich genau an die Empfehlungen ihres Arztes halten, haben keine ernsthaften Nebenwirkungen zu befürchten: Vardenafil-Studien mit mehreren Tausend Teilnehmern haben gezeigt, dass gelegentlich einzig mit Kopfschmerzen (7-15%), Gesichtsröte (10-11%), Sodbrennen (1-7%) und verstopfter Nase (3-7%) zu rechnen ist. Selbst wenn diese Symptome auftreten, sind sie nur leicht- bis mittelgradig ausgeprägt.
Die Potenzpille Vardenafil wirkt am besten, wenn sie 25-60 Minuten vor dem Geschlechtsakt eingenommen wird. Ob der Mann die Tablette vor, nach oder während des Essens schluckt, bleibt ihm selbst überlassen, da Speisen keinen Einfluss auf die Wirkung des Medikaments haben. Von einer extrem fetthaltigen Mahlzeit ist allerdings abzuraten, da sie die Wirkung von Vardenafil mindern kann.









