
Potenz & Impotenz
Schon 20-Jährige haben Erektionsstörungen
Immer mehr jüngere Männer klagen nach Beobachtungen des Aachener Sexualberaters Volker van den Boom über Erektionsstörungen. Seit knapp zwei Jahren kämen "vermehrt Männer von Anfang 20" in seine Beratungen, die dieses sexuelle Problem hätten, sagte der Therapeut im November 2002 beim Ärztekongress der Düsseldorfer Medizinmesse MEDICA.
Die betroffenen Männer stammten in aller Regel aus Familien, die der Vater früh verlassen habe und wo die Mutter oft auch ohne neuen Partner die Kinder allein erzogen habe, sagte van den Boom. Hier habe der Vater als Orientierung gefehlt, um "das Männliche" im eigenen Leben entwickeln zu können.
>"Vaterlosigkeit" spielt eine zentrale Rolle
Die "Vaterlosigkeit als Kernpunkt des Ganzen" spiele grundsätzlich bei Erektionsstörungen eine herausragende Rolle: Bei nahezu allen der betroffenen Männer stehe ein despotischer Vater im Hintergrund, der die Entwicklung einer eigenständigen Persönlichkeit des Sohnes verhindert habe. So fehle denjenigen, die im Bett versagten, "eine stabile Identität als Mann".
Die Betroffenen seien häufig "verschlossene, hölzerne Männer", die auf die Idee fixiert seien, ihr mangelndes Stehvermögen habe organische Gründe, meinte der Aachener Sexualtherapeut. "Ein Märchen" sei in seinen Augen die weit verbreitete Theorie, wonach Erektionsstörungen die Reaktion auf eine emanzipierte Partnerin seien.









