
Potenz & Impotenz
Ungewollte Höchstform: Die Dauererektion
Über Stunden einen erigierten Penis zu haben - "das ist ja toll", denken da sicherlich einige. Doch mit Lust hat eine Dauererektion gar nichts zu tun. Ist der Penis länger als zwei Stunden in Höchstform, ist die Ursache oft eine Krankheit. Der Mann verspürt keinerlei sexuelle Erregung, sondern Schmerzen. Bleibt eine Dauererektion unbehandelt, kann sie zu Impotenz führen.
Die Ärzte nennen eine Dauererektion ohne sexuelle Lust auch "Priapismus": In der griechischen Mythologie ist Priapus der Sohn von Aphrodite und Dionysos - als Fruchtbarkeitsgott wird er in antiken Darstellungen immer mit einem großen, steifen Penis gezeigt. Heutzutage stellt Priapismus einen ärztlichen Notfall dar und muss sofort behandelt werden. Denn spätestens nach 24 Stunden Dauererektion verliert der Mann die Fähigkeit, jemals wieder einen steifen Penis bekommen zu können.
Die Ursachen einer Dauererektion
Eine Dauererektion kann durch psychische Probleme ausgelöst werden, aber auch durch Alkohol- oder Drogenmissbrauch, Entzündungen, Tumore oder Verletzungen des Penis. Auslöser können zudem Krankheiten wie Multiple Sklerose, Prostataleiden, Venendefekte oder Verletzungen des Rückenmarks sein. Auch stundenlanges Radfahren in einer engen Hose und auf einem zu harten Sattel kann zu einer Dauererektion führen.
Der Penis ist dann meist nach oben gekrümmt und blauviolett verfärbt. Nach einigen Stunden wird die Erektion zunehmend schmerzhaft, das Wasserlassen ist meist nicht beeinträchtigt.
Grund für die unfreiwillige Höchstform über Stunden können auch Mittel sein, die eigentlich gegen Potenzschwäche helfen sollen, wie zum Beispiel die so genannte Schwellkörperautoinjektionstherapie (SKAT). Diese Potenzbehandlung funktioniert mit durchblutungsfördernden Mitteln. Der Wirkstoff wird vom Mann mit einer ultrafeinen Nadel direkt in die Schwellkörper des Penis gespritzt. Bei korrekter Anwendung löst SKAT innerhalb von zehn Minuten auch ohne sexuelle Stimulierung eine Erektion aus. Erfolgt die Dosierung nicht korrekt, droht die schmerzhafte Dauererektion.
Die Behandlung
Da eine Dauererektion nach spätestens einem Tag fast sicher zu lebenslanger Impotenz führt, muss die Therapie in der Klinik so schnell wie möglich einsetzen. Neben allgemeinen Maßnahmen und schmerzstillenden Injektionen in den Penis versuchen die Ärzte dann die Funktionsstörung von Nerven und Blutgefäßen rechtzeitig zu beseitigen.









