Penis & Beschneidung
Beschnittene Männer stecken sich seltener mit HIV an
Sich die Vorhaut entfernen zu lassen - allein beim Gedanken daran zucken viele deutsche Männer zusammen. Sie glauben, ohne die Hautfalte um ihren Penis herum können sie beim Sex nicht viel empfinden. Doch die Beschneidung beeinträchtigt in keiner Weise die Potenz und sexuelle Erregbarkeit. Hinzu kommt: Sie hat eine Reihe von gesundheitlichen Vorteilen.
Die Vorhaut ist unter heutigen Lebensbedingungen längst überflüssig geworden. Als Schutz gegen Verletzungen war sie biologisch nur solange sinnvoll, wie Männer nackt auf der Jagd durch Wälder und Steppen streiften. Heute ist es sogar gesünder "unten ohne" zu leben: Nach einer neuen australischen Studie haben beschnittene Männer ein deutlich geringeres Risiko, sich mit dem
Jeder vierte Mann lebt ohne die Hautfalte um den Penis
Beschneidung bei Männern hat eine lange Tradition: Alle aufgefundenen Mumien in Ägypten waren beschnitten. Bei Juden und Moslems ist das Entfernen der Vorhaut seit jeher religiöse Pflicht. Und auch in den USA wurde Ende der 70er-Jahre noch fast 90 Prozent der Neugeborenen die Vorhaut beschnitten. Heute lebt jeder vierte Mann weltweit ohne die schützende Hautfalte.
Ohne Vorhaut - weniger Gefühl beim Sex?
Die
Gesundheitliche Vorteile der Beschneidung
Die Vorhaut zu entfernen ist medizinisch unkompliziert. Der Arzt nimmt den Eingriff meist nur unter örtlicher Betäubung vor. Zudem bringt die Beschneidung eine Reihe von gesundheitlichen Vorteilen mit sich:
- Besonders die Innenseite der männlichen Vorhaut ist anfällig für eine HIV-Infektion, das haben Forscher der Universität Melbourne herausgefunden. Eine Beschneidung verringert deshalb das Risiko sich mit Aids anzustecken. Das gilt jedoch hauptsächlich für den Sex zwischen Mann und Frau und nicht für Homosexuelle. Beim Analsex bietet eine Beschneidung keinen Schutz vor Aids, darauf weisen US-Studien hin.
- Beschnittene Männer erkranken außerdem so gut wie nie an Peniskrebs: Durch das Entfernen der Vorhaut kann sich das Smegma - die gelbliche Talgabsonderung des Penis - gar nicht erst festsetzen. Sie wird von Medizinern überwiegend für die Tumorbildung verantwortlich gemacht.
- Auch Harnweginfektionen sind bei Beschnittenen seltener, weil sich bei ihnen keine Bakterien und Harnreste unter der Vorhaut ansammeln können. Eine Harnweginfektion kann bei Kleinkindern zu einem bleibenden Nierenschaden führen.
- Eine Beschneidung ist in jedem Fall bei kleinen Jungen angezeigt, die unter einer Vorhautverengung leiden. Denn die so genannte Phimose kann zu Erektionsstörungen, Entzündung der Eichel und Peniskarzinom führen.
Doch sollten Eltern nicht versuchen, die Vorhaut ihres Sohnes vor dem vollendeten ersten Lebensjahr zurückzuziehen, da dies zu dieser Zeit noch nicht möglich ist. Ein Zerren an der empfindliche Hautfalte würde den Penis nur verletzen. Eine wirkliche Vorhautverengung liegt bei einem Baby nur dann vor, wenn es Probleme beim Urinausscheiden hat.









