Lockstoffe & Reize
Pheromone: Sexappeal aus dem Duftflakon
Warum Sabine ihren neuen Chef nicht leiden kann, weiß sie selbst nicht. "Ich kann den Kerl nicht riechen!" schimpft sie einfach - und sie hat Recht! Unsere Pheromone - duftlose Sexuallockstoffe im Schweiß - bestimmen schon nach wenigen Sekunden, ob wir einen Menschen mögen. Eine Studie aus den USA hat nun gezeigt, dass auch künstlich hergestellte Lockstoffe ihren Zweck erfüllen.
Ob wir einen Menschen spontan mögen oder nicht, bestimmt allein die Nase. Jeder Mensch sondert mit dem Schweiß Sexuallockstoffe, die so genannten Pheromone, ab. Bewusst riechen kann man Pheromone nicht. Doch ohne sie würde die Menschheit aussterben. Das Riechhirn ist eine der ältesten Gehirnregionen, viel älter als die Großhirnrinde. Vieles, was unsere Nase aufnimmt, wird darum im Unterbewusstsein verarbeitet.
Eine Studie aus den USA hat jetzt belegt, dass auch künstlich hergestellte Lockstoffe funktionieren. Im März 2002 berichteten Wissenschaftler der San Francisco State University in der Zeitschrift Physiology and Behavior, wie Frauen unterschiedlichster ethnischer Herkunft und Altersstufen die Wirkung der synthetischen Pheromone getestet haben.>
Single-Frauen hatten plötzlich deutlich mehr Verabredungen
Der Hälfte der Teilnehmerinnen wurden dabei synthetische Sexuallockstoffe in ihr Parfüm gemischt. Die übrigen Frauen erhielten ihr Parfüm unverändert zurück. Welche Frau zu welcher Gruppe gehörte, wussten nur die Wissenschaftler. Während des Versuchs führten die Teilnehmerinnen ein Tagebuch. Wichtig war die Häufigkeit, mit der geküsst wurde, ob sich der Partner im Schlaf ankuschelte und wie oft sie Sex hatten.
Das Ergebnis war eindeutig: 74 Prozent der Frauen, die Pheromone in ihrem Parfüm hatten, wurden häufiger und länger geküsst, der Partner war deutlich kuscheliger und es kam bis zu sechs Mal häufiger zum Sex als ohne das Spezialparfüm. Single-Frauen verzeichneten plötzlich deutlich mehr Verabredungen. Von denjenigen, die nur ihr normales Parfüm benutzt hatten, beobachteten nur 23 Prozent eine Änderung in ihrem Sexualleben.
Doch trotz künstlicher Pheromone sollte eines klar sein: Jeder Mensch kann sein Handeln immer noch selbst bestimmen - auch wenn ihm verführerische Düfte um die Nase wehen.









