Wissenswertes rund ums Sperma

Der flüssige Stolz der Männer

Das, was für die Frauen die Manolo Blahnik-Schuhe sind, sind für den Mann der tiefergelegte Golf und nicht zuletzt sein Sperma. Mit einer großen Portion Stolz wird die Menge des weißen Ejakulats bedacht und die Reisegeschwindigkeit auf einen möglichen privaten Rekord untersucht. Doch bei allem Interesse ist das Wissen über das, was den Orgasmus der Männer veredelt, eher spärlich gesät. Das soll sich ändern.

Was ist Sperma überhaupt?

Sperma ist eine weißlich bis gräuliche, gallerartartige Flüssigkeit, die bei der Ejakulation über die Harnröhre austritt. Es setzt sich zum überwiegenden Anteil aus Wasser und ein paar Millionen Spermien zusammen.
Über die Samenflüssigkeit gelangen die eifrigen Schwimmer zur weiblichen Eizelle, um dort den Befruchtungsendspurt hinzulegen.

Der Samenerguss ist der krönende Abschluss des Orgasmus und ist in vielen Köpfen mit lustvollem Erleben verknüpft. Dabei hat die Ejakulation mit Befriedigung soviel zu tun, wie der Sonnenaufgang mit dem Gelingen der Intimrasur. Denn für viele Männer ist die Ejakulation keine Vorraussetzung für befriedigenden Sex und einige können sie sogar gezielt unterdrücken, um schneller wieder einsatzbereit zu sein.

Wo wird das Sperma produziert?

Viele Frauen und Männer vermuten, dass die weißliche Flüssigkeit von den Hoden produziert wird. Tatsächlich jedoch werden 95 Prozent der Samenflüssigkeit von der Prostata und den Samenbläschen produziert. Lediglich 5 Prozent der Flüssigkeit stammen aus den Hoden.

Die Entwicklung der Spermien findet in geschlängelten Hodenkanälchen statt, die in den Läppchen der Hoden liegen. Etwa 72 Tage brauchen sie, ehe sie voll ausgereift und fit für die Reise sind. Bevor es jedoch soweit ist, werden sie in den Nebenhoden gesammelt. Letztendlich gelangen sie dann über den Samenstrang, der gemeinsam mit dem Ausführgang der Samenbläschen in die Harnröhre mündet, in die Scheide der Frau oder ins nächste Taschentuch.

Interessante Fakten rund ums Sperma

Im Durchschnitt verschleudert Mann bei einem Orgasmus ungefähr einen Teelöffel Sperma. Das entspricht etwa 2-6 Millilitern, in denen sich etwa 100 bis 300 eifrige Schwimmer tummeln.

Das Ejakulat besitzt einen pH-Wert von 5,5 bis 8,5 und schlägt mit schlanken 5 kcal zu Buche.

Zur Befruchtung der Eizelle sind 10-20 Millionen Spermien pro Milliliter von Nöten. Davon muss gut die Hälfte beweglich sein.

Pro Sekunde werden 1200 Spermien gebildet. Das sind stolze 4,3 Millionen in der Stunde und 104 Millionen am Tag.

Die Samenzellen machen 3-5 Prozent am Gesamtvolumen des Ejakulats aus. Der Rest dient als Nährlösung, die die Samenzellen versorgt, haltbar machen und Power spenden.

Die Nährflüssigkeit enthält neben Eiweiß Vitamine und einen geringen Anteil an Fruchtzucker, der als Energiequelle für die Spermienbewegung herhält.

Spermien sind winzige 0,06 Millimeter groß. Sie schlagen etwa 800mal die Minute mit ihrem Schwänzchen und legen so 3-4 Millimeter pro Minute zurück.

Samenzellen sind regelrecht darauf programmiert, die Eizelle zu finden. Als GPS dienen ihr chemische Reize der Gebärmutter, denen sie treu folgen.

Zunächst ist das Sperma zähflüssig - das schützt die Spermien. Dann verflüssigt es sich allmählich und die Schwimmer können sich auf die Reise machen. Diese führt sie durch die Scheide, dann über den Muttermund in die Gebärmutter und von dort zum Zielort - dem Eileiter. Dort treffen sie mit ein bisschen Glück auf die befruchtungsfähige Eizelle.

In der Scheide kann eine Samenzelle nur eine Stunde überleben. Im Gebärmutterhals bleibt sie 7 Tage fit, an der Luft 4-24 Stunden und in ihrem Zuhause - den Samenbläschen - etwa einen Monat.

Je nachdem, was Mann vor den feurigen Liebesdiensten verspeist hat, kann das Sperma lieblich-süß (etwa nach dem Genuss von Ananas), schal und fade (nach ein paar Bier) oder faulig und muffig (nach einer gehörigen Dosis Knoblauch) schmecken.

Sperma kann nicht nur gewöhnungsbedürftig schmecken, sonder außerdem Allergien hervorrufen. Die unschönen Folgen sind Juckreiz, Erbrechen und Durchfall. In diesem Fall bleibt der Griff zum Gummi oder eine Hyposensibilisierung.


Autor: Springer Medizin
Stand: Mar 29, 2007


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