Behandlung von Schwerhörigkeit

Laser-OP kann Schwerhörigen helfen

Schwerhörigkeit ist leider nicht immer heilbar. Aussichtsreich ist die Situation jedoch für diejenigen, die infolge einer Otosklerose (Steigbügelversteifung) schwerhörig geworden sind: In diesen Fällen bietet sich eine Laser-Operation an. Sie verbessert fast immer das Hörvermögen. Eingriffe, in denen der Laser das Skalpell ersetzt, nehmen Ärzte seit gut fünf Jahren vor.

In vielen Hals-Nasen-Ohren-Kliniken sind Laser-Operationen inzwischen Routine geworden: So werden in der Universitäts-HNO-Klinik Freiburg jährlich 50-70 Schwerhörige wegen Otosklerose mit Laser behandelt. Fast alle können nach der Operation merklich besser hören als vor dem Eingriff, berichtet Prof. Roland Laszig, Direktor der Klinik. "Komplikationen sind relativ selten. Doch besteht ein geringes Risiko von 0,9-1%, dass der Patient durch die OP ertaubt." Der komplette Hörverlust während der OP ist immer auf eine Verletzung des Innenohrs zurückzuführen.

Laser-OP bei Innenohrschwerhörigkeit nicht geeignet

Das berührungslose Verfahren hat die herkömmliche Operation, bei der der Steigbügel im Mittelohr mit einem Instrument entfernt wird, in den meisten Krankenhäusern weitgehend abgelöst. Eine Laser-OP kommt allerdings nur bei Patienten infrage, die unter einer Schallleitungsschwerhörigkeit leiden - einer Schwerhörigkeit also, bei der die Weiterleitung des Schalls ins Innenohr gestört ist. Bei der Schallempfindungsschwerhörigkeit dagegen, die im Innenohr ihren Ursprung hat, kann eine Laser-Behandlung nichts bewirken. Selbst bei der Schallleitungsschwerhörigkeit ist die Anwendung aber begrenzt: So ist der Eingriff z.B. ungeeignet, wenn der Patient unter einer Mittelohrentzündung leidet.

Ärzte operieren meistens nur die Otosklerose mit Laser. Bei dieser Erkrankung schwingt der eigentlich elastische Steigbügel im Mittelohr wegen eines Verhärtungsprozesses nicht mehr ausreichend. Er überträgt den Schall darum nur unvollständig auf die Flüssigkeit im Innenohr. Bei einer Otosklerose, die oft ein Ohrgeräusch (Tinnitus) und gelegentlich auch Schwindel hervorruft, sollte so früh wie möglich operiert werden, sagt Laszig. Für Mediziner bedeutet dies: Sobald der Schallleitungsverlust durch die Steigbügelversteifung 15 Dezibel oder mehr beträgt, muss er handeln. 15 Dezibel entspricht in etwa dem Schallpegel von Blätterrauschen.

Frauen leiden deutlich häufiger unter Otosklerose als Männer

Die Ursachen der Otosklerose sind nicht wirklich geklärt. Da unter der Erkrankung jedoch vor allem Frauen im gebärfähigen Alter zwischen 20 und 40 Jahren leiden, könnte das Geschlechtshormon Östrogen eine Rolle spielen. Manche Wissenschaftler vermuten auch, dass die Verhärtung am Steigbügel durch das Masern-Virus ausgelöst wird. Neben autoimmunologischen Vorgängen werden auch genetische Ursachen diskutiert: Ist ein Elternteil von Otosklerose betroffen, besteht für das Kind immerhin ein Risiko von 20% ebenfalls zu erkranken.

Gelegentlich ruft die Otosklerose nicht nur eine Schwerhörigkeit im Mittelohr, sondern auch im Innenohr hervor. In diesem Fall kann eine Laser-Operation das Hörvermögen nicht verbessern. Bei einer Verletzung des Steigbügels - z.B. infolge einer Kopfverletzung - ist dagegen eine Laser-OP manchmal sinnvoll. (kig)


Autor: Springer Medizin
Stand: Sep 24, 2008


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