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Größte Gesundheitsgefahr

Was Sie schon immer über Stress wissen wollten

Jeder kennt Situationen, in denen alles zu viel wird und das Herz bis zum Hals schlägt. Doch was genau ist Stress eigentlich und wie lässt sich Dauerstress vermeiden?

Für den einen ist es der Kontrollverlust im Straßenverkehr, für andere ein Streit mit dem Partner - jeder empfindet andere Situationen als besonders nervenaufreibend. Einiger sind sich die meisten in Sachen Körperreaktion: Der Kopf wird schwer, das Herz rast und die Ohren rauschen. Wenn Menschen in Stress-Situationen geraten, gerät der Körper außer Kontrolle. Ist der Körper dauerhaft auf Alarmstufe Rot, bleibt das nicht ohne Konsequenzen. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Stress die größte Gesundheitsgefahr des 21. Jahrhunderts.

Was ist eigentlich Stress?

Biologisch gesehen ist Stress eine körperliche Reaktion auf einen äußeren oder inneren Reiz. Damit ist Stress etwas ganz Natürliches. Stressauslöser können unterschiedlichste Faktoren wie Wärme, Kälte, Lärm, Hunger, Angst und - in heutiger Zeit nicht selten - ein gnadenlos überfüllter Terminkalender sein. Auf diese Faktoren reagiert der Körper mit der Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Cortisol.

Adrenalin diente ursprünglich der Kampf- oder Fluchtreaktion. Es versetzt den Körper in erhöhte Leistungsfähigkeit und treibt Blutdruck, Herzfrequenz und Blutzuckerspiegel in die Höhe. Der Anstieg dieser Körperfunktionen beschert uns letztendlich die Gefühle von Anspannung und Aufregung. So günstig eine erhöhte Leistungsfähigkeit in Ausnahmesituationen ist, wenn der Körper dauerhaft auf Hochtouren läuft, kann die anregende Wirkung von Stress in eine körperliche Belastung umschlagen.

Warum sind wir gestresst?

Nicht jeder ist in schwierigen Situationen gleich gestresst. Wichtig ist immer, wie man Herausforderungen gegenübertritt. Finden wir eine Aufgabe von vornherein unangenehm oder fürchten, dass die an uns gestellten Anforderungen die eigenen Fähigkeiten übersteigen, sind wir stressgefährdeter. Sehen wir der Aufgabe hingegen entspannter und zuversichtlicher entgegen oder versuchen, schwierige Herausforderungen gezielt zu verändern, dann kann uns so schnell nichts aus der Ruhe bringen.

Was sind die Folgen von Dauerstress?

Wer ständig unter Strom steht, muss immer wieder für Erholungsphasen sorgen, sonst werden die Energietanks des Körpers nicht ausreichend aufgeladen und das Immunsystem schwächelt. In Zeiten dauerhafter Anspannung ist man weniger gut gegen Stress gewappnet und die Konzentration lässt nach. Viele Menschen im Dauerstress fühlen sich ständig erschöpft, sie können schlechter schlafen, sind traurig oder haben Angst. Der Körper ist trotz Stress plötzlich weniger belastbar, die Herausforderungen werden jedoch nicht weniger - ein Teufelskreis, auf den der Körper reagiert. Der dauerhafte Anstieg von Blutdruck und Blutfettwerten lässt die Arterien verkalken und das Risiko von Durchblutungsstörungen, Herzerkrankungen, Schlaganfall und Infarkten steigt.

Wie kann man Dauerstress im Vorfeld vermeiden?

Der erste Schritt, um es gar nicht erst zum Dauerstress kommen zu lassen, ist nicht immer ganz leicht, jedoch ein Meilenstein in Richtung erfolgreicher Stressbewältigung: Es ist wichtig, zu ergründen, warum uns eine Situation über den Kopf wächst. Warum fällt es so schwer, dem neuen Kollegen die Beförderung zu gönnen oder zum Telefonhörer zu greifen und nach einem Streit die Versöhnung mit der Freundin einzuleiten? Verbergen sich vielleicht Emotionen wie ein schlechtes Gewissen, Neid oder Angst hinter der Belastung? Sind wir den Motiven erst einmal auf die Schliche gekommen, so lässt sich an diesen Einstellungen arbeiten.

Weitere wichtige Schritte auf dem Weg zu mehr Gelassenheit sind ein realistisches Zeitmanagement und ein guter Überblick über die Anforderungen. So lassen sich Situationen, die erst einmal unübersichtlich scheinen, in bezwingbare Bahnen lenken. Wichtige Termine sollte man immer so planen, dass man sie problemlos im Alltag einhalten kann. Und wenn es doch einmal stressig wird, dann hilft Sport dabei, die überschüssige Energie freizusetzen. Auch Entspannungsübungen lassen den Stresspegel schnell sinken.


Quelle: Nach Informationen der Technischen Krankenkasse
Autor: Sibylle Fünfstück
Stand: Oct 10, 2007


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