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Depressiv wegen Überforderung

Allein erziehende Mütter sind eher depressiv als Verheiratete

Die soziale Situation, Gesundheit und Lebensqualität von Alleinerziehenden ist oft schlechter als die von Verheirateten. Durch den Stress und die höhere Belastung treten häufig Depressionen auf.

Einkaufen gehen, Kinder erziehen, Haushalt führen, Kinder in den Kindergarten oder in die Schule bringen, rechtzeitig Mittagessen auf dem Tisch stehen haben, den Kindern bei den Hausaufgaben helfen und womöglich auch noch einer Arbeit nachgehen bedarf viel Verantwortung und kann sehr stressig und belastend sein, insbesondere wenn dies alles von einem Elternteil alleine erledigt werden muss.

Der Anteil der allein erziehenden Eltern ist in den neuen auf etwa 22% und in den alten Bundesländern auf etwa 16% gestiegen, Tendenz weiter steigend. Somit müssen sich immer mehr Eltern dieser großen Verantwortung alleine stellen.

In einer Studie berichten Cornelia Lange und Anke-Christine Saß vom Robert Koch Institut Berlin, dass fast ein viertel der allein erziehenden Mütter sich „entmutigt und traurig" fühlen. Angststörungen, affektive Störungen, der Konsum von Psychopharmaka und Nikotingebrauch treten bei Alleinerziehenden wesentlich häufiger auf als bei Verheirateten. Ein drittel der allein erziehenden Mütter gilt als depressiv, jedoch nur etwa ein sechstel der verheirateten.

„Allein erziehende Mütter können aber nicht generell als besonders benachteiligte Gruppe beschrieben werden", betonen Lange und Saß. Denn dreiviertel von ihnen erhalten keine Sozialhilfe und zwei Drittel sind nicht von Einkommensarmut betroffen. Die meisten von ihnen schätzen ihre Gesundheit als gut bis sehr gut ein.
Die alleinige Verantwortung für das Kind oder die Kinder ist zwar hoch, jedoch stehen dem auch die größere Entscheidungsfreiheit und die größeren persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten gegenüber, was einen durchaus positiven Effekt mit sich bringen kann.


Quelle: C. Lange, A.-C. Saß: "Risikolagen und Gesundheitssituation allein erziehender Frauen", in: J. Collatz, S. Sperlich (Hrsg.) "Effektivität familienmedizinischer Rehabilitation", Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation Nr. 72/Juli 2006
Autor: Maike Reiner
Stand: Jun 19, 2007


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