Stress & Burnout
Die neue Einfachheit macht Sinn
"Stress" lautet d a s Wort unserer Zeit. Ob im Job oder in der Freizeit, Anspannung und Hektik bestimmen den Lebenstakt. Dabei sind unzählige Dinge erfunden worden, um das Dasein zu erleichtern. Doch Autos, Handys & Co. besetzen weitere Freiräume, statt welche zu schaffen. Immer mehr Menschen wird das mittlerweile zu viel. Sie sagen sich: weniger ist mehr und entrümpeln ihr Leben.
Die vielen neuen Ratgeber zum Thema zeigen: Ballast abwerfen und das Leben vereinfachen, ist derzeit in. Doch es handelt sich um mehr als eine vorübergehende Mode, meint das Schweizer Zukunftsinstitut. Eine Umfrage seines SensoNets scheint ihm Recht zu geben. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass sich ein weitreichender Wertewandel anbahnt.
Anfang 2003 bat SensoNet bei einer Online-Befragung um die Meinung zum "Simplify-Trend". Rund 700 Menschen nehmen teil. Auf einer Zehnerskala gaben sie ihre Übereinstimmung zu den formulierten Thesen an.
Die größte Zustimmung mit durchschnittlich 8,5 Punkten fand die Aussage, dass die Einstellung "more and more" in eine Sackgasse führt. Das Maximum sei nicht das Optimum, meinten die Befragten. Vielmehr sei weniger ist oft mehr. Die Folgerung: "Um das Beste zu erreichen, braucht es Reduktion." Das ist eine Tendenz, die andere Thesen der Befragung stützen. SensoNet kommt daher zu dem Schluss, dass die Menschen wieder an ein richtiges Maß glauben. Genau nach diesem Maß suchen sie. Damit einher geht auch die Ansicht, dass "Ballast unfrei macht". SensoNet: "Wer zu viel schweres Gepäck durchs Leben schleppt, fühlt sich eingeengt und unfrei, verpufft zu viel
Was ist wirklich wichtig im Leben? Diese Frage wird laut Studie immer entscheidender für die Menschen. Dabei stoßen sie auf die einfachen Dinge: Liebe, Freundschaft, Gelassenheit und Zufriedenheit. Doch was einfach ist, ist eben gar nicht so einfach. Es setze einen Reifungsprozess voraus, der zur Weisheit führen solle. SensoNet: "Weisheit hat alle Chancen, zum Leitwert Nummer eins zu werden."
Wer sich auf das Wesentliche reduziert, vermindert Abhängigkeiten und
Schlaue Schlichtheit: Strategien zum Ausmisten
- Besitz checken
An welchen Dingen hängt Ihr Herz wirklich? Was hat sich im Laufe der Jahre nur angesammelt? Auch Gegenstände, Kleider und Möbel, die nicht ständig gebraucht werden, müssen gepflegt werden. Das kostet Zeit. Was zwei Jahre lang nutzlos war, werden Sie auch die nächsten Jahre nicht vermissen. Geben Sie es weg. - Kontakte überprüfen
Auch Kontakte können Stress bereiten. Wer zu viele Bekannte hat, jagt von Verabredung zu Verabredung, meist ohne dabei eine tiefere Beziehungsebene zu erreichen. Auf Dauer befriedigt das nicht. Prüfen Sie, welche Bekannten und Freude Ihnen wirklich etwas bedeutet - und vor allem warum. Konzentrieren Sie sich auf diese Menschen. - Konsum einschränken
Nach Dienstschluss noch schnell ins Reisebüro, Kataloge besorgen und Preise vergleichen? Am Samstag ins Möbelcenter und mal nach einer neuen Couch schauen? Viele Konsumgüter versprechen Entspannung. In Wirklichkeit aber sind die Zeitfresser, genauer gesagt Freizeitfresser. Stellen Sie Kosten und Zeit dem Nutzen gegenüber. Rentiert sich das Konsumgut für Sie? - Genuss entdecken
Bringt das Essen in einem noblen Restaurant die Würze, die Sie sich davon versprechen? Ist der Städte-Tripp am Wochenende eine Lust - oder eher eine Last? Immer mal wieder sollten die eigenen Vorstellungen auf den Prüfstand gestellt werden. So finden Sie heraus, was Ihnen wirklich Freude bereitet. Planen Sie für diese Dinge so viel Zeit wie möglich ein. - Entspannung erschließen
Nach der Arbeit im Fitness-Studio zu schwitzen, baut Pfunde und Stress ab. Mit Muße aber hat das nichts zu tun. Für Muße braucht es Zeit: um sich treiben zu lassen und tagzuträumen. Das klärt den Geist, erholt den Körper und fördert neue Ideen. Nehmen Sie sich bewusste Auszeiten, an denen Sie alle Termine absagen und nur das tun, wozu Sie gerade Lust haben. - Lebenssinn finden
Was ist wichtig im Leben? Karriere, Reichtum, Anerkennung? Wer diesen Dingen zu sehr hinterher rennt, tappt fast zwangsläufig in die Stressfalle. Weniger Erfolg bringt oft mehr Zufriedenheit. Der Gewinn sind innere Freiheit und Gelassenheit.









