Stress & Burnout
Pflegekräfte erkranken oft psychisch
Während 2001 im Gesundheitswesen auf 100 DAK-Mitglieder 158 Arbeitsunfähigkeits-Tage wegen psychischer Störungen kamen, waren es im Handel lediglich 80 Tage und in der Datenverarbeitung sogar nur 65 Tage. Eine überdurchschnittliche Belastung gab es laut DAK-Report auch in der öffentlichen Verwaltung, bei Organisationen und Verbänden sowie im Bereich Bildung, Kultur und Medien.
Besonders Menschen, die in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen arbeiten, litten oft am Burn-out-Syndrom, berichtet die DAK. Dieses Personal sei unter anderem durch Schicht- und Wochenendarbeit und durch die Konfrontation mit schweren menschlichen Schicksalen erheblichen Belastungen ausgesetzt. "In den Branchen, in denen psychische Erkrankungen besonders häufig auftreten, sollten die Arbeitgeber die Chance der psychosozialen Prävention nutzen", sagt Eckhard Schupeta, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der DAK. Arbeitsbedingter Stress spiele für die Entstehung psychischer Störungen eine große Rolle. Deshalb seien betriebliche Angebote wichtig, die Stress bewältigen helfen könnten.
Studien deuten laut DAK darauf hin, dass insbesondere die Kombination von hohen Leistungsanforderungen und geringen eigenen Handlungsspielräumen Arbeitnehmer belasten. Mögliche Folgen seien Depressionen oder Abhängigkeiten von Alkohol, Medikamenten und Nikotin. Auch Mobbing am Arbeitsplatz stehe häufig in direktem Bezug zu psychischen Erkrankungen. Der Anteil der Arbeitnehmer, die mindestens einmal in der Woche an ihrem Arbeitsplatz gemobbt werden, liegt nach vorsichtigen Schätzungen bei 1-4%. Arbeitnehmer im Gesundheits- und Sozialbereich, in der öffentlichen Verwaltung und im Kreditgewerbe würden am häufigsten schikaniert - also in den Branchen, in denen laut DAK-Report auch ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen besteht. Über längere Zeit kann Mobbing zu psychosomatischen Beschwerden, Angststörungen und depressiven Verstimmungen führen. Aufschlussreich seien die Angaben von Mobbingopfern zu Fehlzeiten im Beruf: 27% von ihnen lassen sich langfristig krankschreiben. Wer also den durch psychische Störungen bedingten Krankenstand verringern will, muss etwas gegen Stress und Mobbing am Arbeitsplatz tun, resümiert die DAK.
Autor:
Springer Medizin
Stand:
Jan 29, 2007