Stress & Burnout
Burnout - Arbeiten bis zur Erschöpfung
Wie bei einem Waldbrand, der nicht mehr zu kontrollieren ist, gilt auch bei Burnout: Wenn es brenzlig wird, ist es oft zu spät. Schon davor wäre es Zeit gewesen, Privates und Berufliches zu trennen, mal abzuschalten. Doch der typische Verlauf ist tückisch. Das Feuer, das am Ende alle Reserven verzehrt hat, wird am Anfang durch Hoffnungen geschürt.
Vier Stadien beschreibt der amerikanische Psychologenverband (APA) auf dem Weg zur gänzlichen Erschöpfung, zum Burnout. Diese gehen laut APA allerdings oft so flüssig in einander über, dass das Opfer seine Situation nur selten früh genug erkennt. Wer sich jedoch mit dem Verlauf des Ausbrennens bis zur mentalen Erschöpfung vertraut macht, hat die Chance, dem Burnout zu entkommen.
Die vier Stadien des Burnouts
- Die Flitterwochen: Während dieser Phase nimmt das Opfer den Beruf als überaus befriedigend wahr. Hohe Ansprüche, große Verantwortung, manchmal kreative und unternehmerische Freiheit tragen dazu bei, dass das spätere Opfer hohe Erwartungen entwickelt. Ohne dies kommt es selten zum völligen Burnout, denn das Opfer steckt von Anfang an weniger Energie in seine Aufgabe.
- Das böse Erwachen: Während dieser Phase entdeckt die betroffene Person, dass die Erwartungen an Beruf, Arbeitgeber und Kollegen zu voreilig waren. Alles in allem ist der Job weniger perfekt, als am Anfang erwartet. Eine typische Reaktion auf diese Feststellung ist besonders harte Arbeit,
lange Arbeitsstunden und viel Stress, um die Träume doch noch wahr werden zu lassen. Das Burnout-Opfer wird müde, frustriert, gelangweilt und verliert während dieser Phase das Selbstvertrauen hinsichtlich seiner Aufgaben. - Spannungsverlust kurz vor dem Ausbrennen: Während dieser Phase verdrängt ständige Reizbarkeit und Müdigkeit den anfänglichen Enthusiasums für den Job. Häufig verändern sich Ess- und
Schlafrhythmus . Betroffene geben sich Übersprungshandlungen hin, um den Stress zu kompensieren. Exzessives Trinken, Drogen - oder Kaufsüchtigkeit kann das Resultat sein. Im Job geben sich Betroffene unentschlossen und sind weniger produktiv, dafür aber zynisch und besonders kritisch dem Arbeitgeber gegenüber. - Ausgebrannt - das Endstadium: Zwischen der Flitterwochen-Phase und diesem Stadium können Jahre - im Durchschnitt drei bis vier - liegen. Manchmal handelt es es sich aber nur um Monate. Verzweiflung ist laut APA die dominante Emotion des völligen Burnouts. Wer ausgebrannt ist, hält Weglaufen für die einzige Lösung, will sich aber seiner Verantwortung nicht entziehen. Schlaganfall, Nervenzusammenbrüche oder Selbstmordgedanke können die Folge sein. Betroffene halten sich meist selbst für schuldig und sehen vor Verzweiflung und Erschöpfung keinen Ausweg mehr.
Zur Vorbeugung und Hilfe - Das Phönix-Prinzip
Die APA beschreibt noch ein fünftes Stadium im Anschluss an die vier Stadien des Burnouts: Das Phönix-Stadium, währenddessen der Ausgebrannte wie ein Phönix aus der Asche steigt und mit Zuversicht an seinen Schreibtisch zurückkehrt. Dabei sind die Empfehlungen, die dieses bewirken sollen, durchaus hilfreiche Strategien:
- Neuorientierung an eigenen Zielen: Es ist wichtig, zu wissen, ob wir die eigenen Ideale verfolgen oder die eines anderen. Wer sich mit den Maßstäben anderer misst, oder deren Erwartungen erfüllen will, wird selten mit sich zufrieden sein können.
- Hilfe von Außen: Mit Freunden, Familienmitgliedern oder Therapeuten zu sprechen, kann helfen, die eigenen Ziele zu artikulieren und Ermutigung zu finden. Allerdings ist es wichtig, sich nicht zu sehr durch die Meinung anderer beeinflussen zu lassen, sonst droht erneut eine fehlerhafte Definition eigener Ziele.
- Bestätigung außerhalb des Jobs: Damit das Arbeitsleben nicht die einzige Erfolgsquelle bleibt, sollte jeder auch im Privatleben, etwa durch Hobbys oder Sport, Bestätigung und Anerkennung finden. Dann lassen sich Niederlagen im Berufsleben einfacher wegstecken.









