
Stress & Burnout
Fit in den Tag - Tipps für Morgenmuffel
Mit Peitschen und Streckbänken wurden die Menschen im Mittelalter gequält. Heute läuft die Marter ein wenig subtiler ab. Kleine quadratische Elektrogeräte reißen einen Großteil der Menschen frühmorgens mit einem monotonen Piepen aus den schönsten Träumen. Für rund 15% eine schlimme Folter, denn bei ihnen handelt es sich um so genannte Eulen.
Als Eulen bezeichnen Experten die modernen Morgenmuffel. Ihre innere Uhr tickt ein wenig anders, sie kommen nur langsam in Schwung. Schuld sind ihre Erbanlagen, zu niedriger Blutdruck oder Kreislaufprobleme. Doch es gibt wirksame Hilfe.
Der beste Rat für alle Langschläfer, die früh raus müssen: Licht! Wenn bereits vor dem Aufwachen Tageslicht durch die geschlossenen Augenlider auf die Netzhaut dringt, stellt das Gehirn die Produktion des Schlafhormons Melatonin ein. Im Winter hilft eine Zeitschaltuhr an der Lampe. Gute Dienste leistet auch Musik mit fließenden Rhythmen. Studien haben den positiven Effekt auf die Psyche mehrfach nachgewiesen.
Ist der Wachzustand einigermaßen erreicht, heißt es, sich recken und strecken. Wer den ganzen Körper ausgiebig dehnt, bringt den Kreislauf damit auf Betriebstemperatur. Auch tiefes Atmen ist gut. So werden die Zellen besser mit Sauerstoff versorgt und das Gehirn optimal durchblutet.
Anschließend geht es unter die Aufwachdusche: Das Wasser voll aufdrehen und mit dem Strahl Rücken, Nacken und Schultern verwöhnen. Es folgt ein kalter Guss. Am besten von der rechten Außenseite des Beines herab zum Knöchel brausen und an der Innenseite wieder hinauf. Dann genauso am linken Bein verfahren. Beim rechten und linken Arm umgekehrt vorgehen: den Strahl außen von der Schulter zum Handrücken und innen wieder zur Achsel hinaufführen. Anschließend Bauch, Brust, Gesicht, Rücken und die Fußsohlen mit kreisenden Bewegungen abduschen. Das kostet Überwindung, ist aber gesund, schützt vor Erkältungen und macht garantiert hellwach.
Zum Frühstück am besten frische Früchte der Saison mit Magerquark, Joghurt oder Kefir essen. Der in Obst enthaltene Fruchtzucker sorgt für einen gleichbleibenden Energiepegel. Zucker hingegen gibt nur einen kurzzeitigen Kick. Auch Fettreiches sollte am Morgen gemieden werden. Sonst braucht der Körper seine ganze gerade erwachende Energie zum Verdauen.
Langschläfer kämpfen für Leidensgenossen
Wer sich allerdings ernsthaft fragt, worum er diese ganzen Torturen auf sich nimmt, der ist möglicherweise bei dem Verein "DELTA t" gut aufgehoben. Hier finden Langschläfer Leidengenossen. Denn der "Verein für Zweitnormalität" hat es sich zum Ziel gesetzt, "zeitversetzt und langschlafenden Menschen zu Anerkennung, Toleranz und vor allem zu ihrer Natur entsprechendem Leben zu verhelfen." Na denn, eine gute Nacht!










