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Person & Seele

Wie man Männer zur Hausarbeit motiviert

"Haushalt ist Frauensache" denken viele Männer - auch heute noch. Berufstätige Frauen der jüngeren Generation sehen jedoch immer weniger ein, warum sie alleine für Haushalt und Kinder zuständig sein sollten. Sie wünschen sich von ihren Männern mehr Engagement bei der Haus- und Familienarbeit - von dem dann Partnerschaft und Familie profitieren können.

Viele Männer wollen sich nicht im Haushalt engagieren und kümmern sich nur dann um die Kinder, wenn es ihnen gerade passt. Das hat nicht nur etwas mit einem konservativen Rollenverständnis zu tun, sondern auch mit Faulheit und Bequemlichkeit. Außerdem bringt Hausarbeit und Kindererziehung weder Geld noch Anerkennung - noch ein Grund für Männer, sich möglichst davon fern zu halten. Ausreden gibt es viele, doch es hilft nichts: Der Mann muss ran! Trickreich lassen sich Haushaltmuffel überlisten:

  • Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Mann, wer welche Tätigkeiten gern bzw. weniger gern macht. Für den Anfang genügt es, wenn jeder das zuverlässig und regelmäßig im Haushalt übernimmt, was ihm liegt. Diese Regelung kann trotzdem dazu führen, dass sich einer benachteiligt fühlt, weil sich der andere die Rosinen herauspickt und nur leichte, schnell zu erledigende Aufgaben übernimmt. Deshalb sollten Sie sich bei allen Tätigkeiten abwechseln.


  • Üben Sie keinen Druck aus und nörgeln Sie nicht. Stattdessen sollten Sie Wünsche äußern und ganz konkrete Vorschläge machen. Bitten Sie um Mithilfe und erledigen Sie vieles gemeinsam - das macht nicht nur mehr Spaß, sondern verschafft allen mehr Freizeit.


  • Wenn Männer anführen, dass sie einfach blind dafür wären, was im Haushalt zu tun ist, hilft ein Zettelsystem. Notieren Sie auf Zetteln, wann und wie anfallende Haushaltsarbeiten erledigt werden müssen.


  • Schließen Sie Kompromisse, mit denen Sie und Ihr Mann gut leben können. Dazu gehört es auch, die Einstellung des anderen zu akzeptieren und die eigene zu verändern. Seien Sie weniger perfektionistisch und drücken Sie auch mal ein Auge zu, wenn nicht alles nach Ihren Vorstellungen läuft.


  • Geben Sie Aufgaben und Verantwortung ab und trauen Sie sich zu delegieren.


  • Dulden Sie keine Ausreden. Wer mit Werkzeug oder einem Computer umgehen kann, ist auch in der Lage, zu bügeln, abzuspülen oder Wäsche zu waschen. Wenn sich Ihr Mann absichtlich ungeschickt anstellt und die Wäsche verfärbt - lassen Sie ihn mitleidslos in grauer oder rosa Unterwäsche herumlaufen.


  • Zeigen Sie, dass Sie sich über sein Engagement freuen, z.B. durch ein kleines Lob, eine nette Geste oder ein Dankeschön. Die Anerkennung motiviert!


  • Sehen Sie Ihre Arbeit im Haushalt und die Ihres Partners nie als selbstverständlich an, sondern achten Sie darauf, dass jeder diese Arbeit zu schätzen weiß.


  • Verbringen Sie Ihre gewonnene Zeit gemeinsam und gönnen Sie sich etwas Schönes.

Partnerschaft und Familie profitieren

Von gemeinsamer Hausarbeit profitieren nicht nur die Frauen, sondern die gesamte Familie. Die Frauen fühlen sich weniger ausgenutzt, sind entspannter, zufriedener und haben mehr Zeit, sich zu erholen. Auch für die Familie und die Partnerschaft ergeben sich so mehr Freiräume. Die Partnerschaft wird dadurch gestärkt, dass weniger gestritten und dafür mehr abgesprochen wird. Dadurch wächst auch das gegenseitige Verständnis und der Zusammenhalt. "Gemeinsame Erlebnisse schweißen zusammen und die tägliche Nähe kann das Gefühlsleben wieder in Schwung bringen," sagt Andrea Schmidt, Bildungsreferentin beim Katholischen Deutschen Frauenbund in Augsburg. Viele Väter bekommen durch ihr verstärktes Engagement auch von ihren Kindern mehr mit und können ihre Entwicklung besser verfolgen - und machen dabei oft die unerwartete Entdeckung, dass Haushalt und Familie gar nicht so lästig sind, wie sie dachten, sondern auch viele angenehme Seiten haben.


Autor: Springer Medizin
Stand: Feb 6, 2007


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