Person & Seele
Innere Uhr leidet unter Zeitumstellung
Zwei Mal im Jahr erleben wir Tage mit falscher Länge. Der Tag nach der Zeitumstellung im Frühjahr hat nur 23 Stunden, der Tag nach der Zeitumstellung im Herbst 25 Stunden. Die meisten Menschen gewöhnen sich erst nach zwei Tagen an die neue Zeit, manche brauchen eine Woche. Sogar Kühe und Hühner reagieren auf den neuen Tageslauf. Gesundheitliche Schäden bleiben keine.
Der 25-Stunden-Tag bei der Zeitumstellung im Herbst kommt unserer inneren Uhr sehr gelegen - denn die hat laut Schlafforschung den Drang zum 25-Stunden-Tag. Aber die Umstellung auf die Sommerzeit verkürzt den Tag um eine Stunde gegen unseren inneren Rhythmus, genauso wie eine Reise nach Osten. Daran müssen sich sogar Nutztiere gewöhnen: Zu Beginn der Sommerzeit geben Kühe regelmäßig weniger Milch und Hühner legen eine Zeitlang weniger Eier.
Genau genommen haben wir am Tag der Umstellung auf die Sommerzeit eine Art winzigen Jet-Lag von einer Stunde. Das ist zwar wenig, aber im Gegensatz zum richtigen Jet-Lag hilft uns kein veränderter Sonnenstand beim Neuorientieren.
Bei der Umstellung auf Winterzeit gehen mehr Menschen zum Arzt
Als Folge der Zeitumstellung können viele Menschen schlecht einschlafen oder werden nachts wach. Forschungen haben ergeben, dass z.B. beim Wechsel zur Winterzeit 8,5% mehr Menschen den Arzt aufsuchen als üblich.
Auch verschreiben die Ärzte während der Umstellung auf die Sommerzeit 12% mehr Schlafmittel und über 11% mehr Antidepressiva. Untersuchungen aus den Niederlanden weisen darauf hin, dass in der Umstellungsphase eine erhöhte Gefahr von Unfällen durch Übermüdung besteht.
Die gute Nachricht: Die Auswirkungen der Umstellung gehen vorüber
Einschlafstörungen aufgrund der Zeitumstellung sind vorübergehender Natur und haben - darin sind sich die Wissenschaftler einig - längerfristig keinerlei gesundheitliche Auswirkungen. Doch ein paar kleine Verhaltensregeln helfen noch besser über den Wechsel hinweg:
- Wer kann, sollte im Frühjahr nach der Zeitumstellung zunächst morgens einfach eine Stunde länger liegen bleiben und die erste Woche ruhig angehen.
- Wer reist, sollte den Aufbruch im Frühjahr nach der Zeitumstellung so spät wie möglich am Tage planen, beim Autofahren auf Anzeichen von Müdigkeit achten und notfalls anhalten.
- Schlafmittel sind unnötig. Der Körper kann die Umstellung ganz alleine in den Griff bekommen. Zur Not reichen einfache Hausmittel - ein heißes Bad, dicke Socken, ein warmes Fußbad und Schäfchen zählen - oder pflanzliche Mittel wie Baldrian völlig aus.









