Konzentration
Das Gedächtnis: Faszinierender Speicher
Können Sie sich Details gut merken? Oder versagt Ihr Gedächtnis vielleicht immer dann, wenn Sie besonders darauf angewiesen sind? Informationen schnell parat zu haben, ist gerade im Arbeitsleben entscheidend. Deshalb ist es wichtig, das Gedächtnis mental in Schwung zu halten. Doch selbst gut trainiert behalten wir nicht alles. Und auch das ist sinnvoll so.
Stimmen, Melodien, Gerüche, Fotos - Erinnerungen machen unsere Vergangenheit wieder lebendig. Unser Gedächtnis knüpft unsichtbare Fäden zwischen Erinnerungen zu einer zusammenhängenden Geschichte. Es funktioniert als eine Art Filter: trennt Wichtiges von Unwichtigem. Angenehmes bleibt länger haften - Unangenehmes wird vergessen.
Das Gedächtnis ist also nicht objektiv. Es beschönigt unsere Biografie und schmeichelt so dem Ego. Es dient als Verwalter unseres Weltwissens und wartet seine Schätze zuverlässig.
Ein gut funktionierendes Gedächtnis ist wichtig für unseren Alltag: Der schnelle Zugriff auf Informationen ist gerade im Beruf oft entscheidend. Die täglich anwachsende Flut von Eindrücken, die verarbeitet werden müssen, macht unser Gedächtnis zum vielbeschäftigten Manager. Die Kapazität unserer "persönlichen Datenbank" ist zwar groß, aber nicht unbegrenzt. Welchen unentbehrlichen Dienst sie leistet, fällt oft erst auf, wenn wir unter Gedächtnisstörungen leiden. Das Kurzzeitgedächtnis ist das Vorzimmer unseres Gedächtnisses. Es ist so beschaffen, dass neue Inhalte erst mal unverändert festgehalten werden. Diesen Luxus kann sich unser Gehirn aber nur für kurze Zeit (rund 20 Sekunden) oder eine sehr begrenzte Informationsmenge leisten.
Eine Methode, mit der sich die Gedächtnisleistung beträchtlich erweitern lässt, heißt "chuncking".
Der Trick dabei: Sie müssen den Inhalten eine Bedeutung verleihen! Ein Beispiel: Sie sollen sich die Zahlenfolge 1-9-8-4 merken. Damit ist die Kapazität des
Die ganz persönliche Datenbank
Kurzzeitgedächtnisses schon zur Hälfte ausgelastet. Betrachten Sie die Zahlen aber im Zusammenhang als Jahreszahl oder als Titel von Orwells Roman, dann müssen Sie sich statt vier nur noch eine Information merken.
Jetzt probieren Sie?s mal mit: 1-9-4-5-1-9-3-9-1-9-1-8-1-9-1-4-1-8-7-1 - als 20 Einzeldaten sicherlich kaum zu merken. Fünf geschichtliche Höhepunkte aber kann das Kurzzeitgedächtnis gut behalten: Ende des zweiten Weltkriegs, Beginn des zweiten Weltkriegs, Ende des ersten Weltkriegs, Anfang des ersten Weltkriegs, Gründung des deutschen Reiches.
Darüber hinaus werden diese Daten durch die Verankerung des Geschichtswissens im Langzeitgedächtnis wahrscheinlich sehr viel länger gespeichert werden.
Wenn keine inhaltliche Verknüpfung vorgenommen werden kann, lässt sich eine Information auch rhythmisch oder in Verbindung mit einer Melodie einprägen. Eine andere Methode ist simpel, aber für das kurzzeitige Behalten von Informationen äußerst effektiv: wiederholen, wiederholen, wiederholen.
Dauerspeicherung im Langzeitgedächtnis
Das Langzeitgedächtnis ist für die Dauerspeicherung von Erfahrungen und Informationen aller Art zuständig. Im Prinzip hat es eine nahezu unbegrenzte Kapazität und Speicherdauer. Allerdings braucht die Übertragung ihre Zeit.
Deshalb beschränkt sich das Langzeitgedächtnis bei seiner Einspeicherung auf die ganz wichtigen Dinge. Die Aufnahme von Inhalten in das Langzeitgedächtnis ist deshalb unweigerlich mit einem Verlust an Informationen verbunden.
Wenn Sie sich geeigneter Strategien und Techniken, wie etwa der Chuncking-Methode, bedienen, können Sie den Informationsverlust gering halten und sich viele Dinge innerhalb kurzer Zeit merken.









