Ausgeglichenheit
Lächeln - Ein Ausdruck macht Eindruck
Als Leonardo da Vinci vor über 500 Jahren die geheimnisvolle Mona Lisa malte, zauberte er ihr ein Lächeln, dem sich bis heute kaum einer entziehen kann. Lächeln, da sind sich Psychologen und Verhaltensforscher einig, ist eine Art der Verständigung, die über alle Grenzen und Sprachbarrieren hinweg verstanden wird. Wer lächelt, lebt leichter.
Jährlich pilgern Millionen von Menschen in den Louvre, stehen andächtig und fasziniert vor der Mona Lisa. Den meisten wird dabei eines klar: Vom Lächeln geht eine besondere Macht aus, eine Quelle der Lebensfreude, die andere Menschen in den Bann ziehen kann. Wer lächelt, kommt bei anderen besser an, ist glücklicher, zufriedener und meist auch erfolgreicher. Lächeln kann verführerisch, erotisch, provozierend, glücklich oder einfach nur entschuldigend wirken. Wem es gilt, der fühlt sich geschätzt, geschmeichelt, gerührt, bezaubert, als hätte ihn ein Sonnenstrahl gestreichelt.
Schon Babys setzen das Lächeln gezielt ein
Schon unsere Vorfahren suchten mit sympathisch nach oben gezogenen Mundwinkeln Angreifer zu besänftigen. Und auch heute noch kann das Lächeln ganz gezielt eingesetzt werden, um Stress abzubauen oder in unangenehmen Situationen negative Emotionen im Zaum zu halten. Wer sich beschweren will, und dabei in ein freundliches Gesicht guckt, ist gleich viel milder gestimmt.
Doch das ist nicht alles. Lächeln hat schon von Geburt an auch eine verhaltenssteuernde Wirkung. Zu den beeindruckendsten Phänomenen der Entwicklungspsychologie gehört, dass es schon Babys gezielt einsetzen. Durch gemeinsames Lächeln wird zärtliche Zuneigung und zwischenmenschliche Bindung gestärkt. Experten gehen davon aus, dass es sich um eine angeborene Ausdrucksform handelt, die emotionalen Kontakt und Bindung zwischen Pflegeperson und Säugling festigt. Und was sich von Beginn an so positiv auswirkt, kann auch im späteren Leben nicht schaden. Ein Lächeln drückt lebenslang positive Gefühle aus.
Zähne im Zaum halten: Ein "toothy smile" wirkt abstoßend
Im Erwachsenenalter kann ein lachendes Gesicht sowohl positive als auch negative Beweggründe haben. Es kann Kontakt herstellen, einschmeichelnd wirken oder helfen, gut zu präsentieren. Aber es kann andere auch täuschen oder auf Distanz halten. Denn nicht jedes Lächeln ist gleich. Emotionsforscher haben in den vergangenen Jahren über 15 verschiedene Lächeltypen identifiziert. Sie unterscheiden etwa das spontane, unwillkürliche Lächeln (felt smile), das Freude, Glück, Zufriedenheit oder Stolz ausdrückt, von einem gestellten Lächeln (phoney smile). Ersteres ist an den kleinen Fältchen um den Augen und den hochgezogenen Wangen zu erkennen.
Als besonders attraktiv gilt ein Lächeln, dass die obere Zahnreihe zu zwei Dritteln, die Spitze der unteren aber nur knapp enthüllt. Eher abstoßend wirkt es, wenn wir zu viel Zähne zeigen (toothy smile). Ein falsches oder künstliches Lächeln wirkt mechanisch, bleibt auf den Mundwinkelbereich beschränkt und erreicht nicht die Augen. Die bleiben kalt und ausdruckslos.
Echtes Lächeln ist glücklicherweise total einfach. Nur ein einziger Muskel, der Zyglomaticus major, ist dafür zuständig. Einmal aktiviert, zieht er die Mundwinkel nach oben und zaubert Lachfältchen rund um die Augen. Wer Probleme damit hat, kann das ganz einfach trainieren. Am besten vor dem Spiegel. Was anfangs vielleicht noch etwas gequält aussieht, entwickelt sich schnell zu einem Hollywood-Smile. Vorausgesetzt - es ist ehrlich gemeint. Denn Lächeln hat immer auch etwas mit dem Herzen zu tun.









