Auftreten
Mit Smalltalk groß rauskommen
Charmant plaudern müsste man können? Ob auf einer Gartenparty, einem Betriebsfest oder einer Tagung - die kleine Unterhaltung fällt vielen Leuten schwer. Rund zwei Drittel aller Menschen scheuen vor Fremden und Unbekanntem zurück, schätzen Kommunikationsexperten. Schuld daran ist aber gar nicht das Gegenüber, sondern eigene negative Fantasien.
Vor allem die Angst abgewiesen und abgelehnt zu werden, schürt Sprachhemmungen. Übrigens fast immer grundlose Befürchtungen. Denn die meisten Menschen freuen sich, angesprochen zu werden und nicht selbst den ersten Schritt tun zu müssen. Smalltalk beginnt im Kopf. Daher heißt es, falsche und vor allem zu hohe Anforderung an sich selbst ablegen. Bei der leichten Konversation ist kein brillantes Expertenwissen gefragt, sondern alltägliche Erfahrungen und Einstellungen. Da kann jeder mitreden.
Erste Voraussetzung für Smalltalk ist Lockerheit. Die ist nicht in jeder Situation automatisch gegeben. Gerade wer sich auf das Ziel konzentriert, guten Smalltalk zu machen, verstärkt leicht seine Anspannung. Was also tun? "Um die gewünschte Gelassenheit zu erlangen, ist es am einfachsten, sich zuerst einmal der Anspannung bewusst zu werden und sie zu akzeptieren", empfiehlt die Kommunikationstrainerin Elisabeth Bonneau in ihrem Buch "Erfolgsfaktor Smalltalk". Dann schauen, wo sich die Anspannung im Körper manifestiert. Die Anspannung leicht verstärken und sie anschließend bewusst abschütteln.
So enthemmt, heißt es dann, ein Lächeln aufsetzen und auf den anderen zugehen. Wichtig: Nur ein authentisches Lächeln bringt Erfolg. Denn unser Gehirn erkennt ein "aufgesetztes" Lachen. Außerdem ist es auch zu sehen. Beim falschen Lächeln fehlen das Strahlen der Augen und vor allem die "Krähenfüße", da sich die Ringmuskeln um die Augen nicht willkürlich zusammenziehen lassen. Leicht lassen sich aber echte Gefühle aufs Gesicht zaubern: kurz an etwas ausgesprochen Schönes denken. Und auf geht?s.
Von Anfang bis Ende: Gesprächtipps für die leichte Konversation
- Den Einstieg wagen
Um ein Gespräch anzufangen, gibt es im Wesentlichen drei Möglichkeiten: 1. über die Situation reden, 2. über die andere Person sprechen, 3. über sich selbst plaudern. Dieser Einstieg mündet allerdings eher selten in einem anregenden Gespräch. Denn die meisten Menschen mögen Erzählen lieber als Zuhören. - Das richtige Thema wählen
Nicht alle Gesprächsthemen eignen sich gleich gut für einen Smalltalk. Günstig sind Alltagserfahrungen, öffentliche Ereignisse, Interessen und Geschmacksfragen sowie die Arbeit. Immer ein dankbares Thema: Urlaub und Reisen. Ungern reden Menschen mit Nichtvertrauten über Geld, ihren Körper und ihre Persönlichkeit. Daher sollten diese Themen gemieden werden. - Gekonnt fragen und aktiv zuhören
Um ein Gespräch ins Fließen zu bringen, ist es wichtig, offene Fragen zu stellen, die nicht mit Ja oder Nein beantwortet werden können. Also z.B. nicht fragen "Wohnen Sie in Gütersloh?", sondern "Wo wohnen Sie genau da?" Ausfragen sollte vermieden werden. Dem Gesprächspartner aufmerksam zuhören, um neue Anknüpfungspunkte zu erkennen. Interesse demonstrieren, z.B. durch Nicken. Selbst nicht zu viel reden, sondern lieber dem anderen Gelegenheit geben, sich darzustellen. - Das Plaudern beenden
Ein Smalltalk dient der Annäherung. Wird dieses Ziel nach etwa 15 Minuten nicht erreicht, sollte das Gespräch abgebrochen werden. Manchmal haben Menschen eben einen schlechten Tag und wollen nicht kommunizieren - oder sie passen einfach nicht zusammen. Ein Smalltalk wird meistens durch einen Vorwand beendet. Doch es geht auch anders: Eine direkte Verabschiedung kann ihm noch einmal etwas Positives geben. Beispiel." Es war sehr anregend, mit ihnen zu plaudern. Ich hoffe, wir können unser Gespräch bald einmal fortsetzen. Jetzt verabschiede ich mich von ihnen. Bis zum nächsten Mal." - Übung macht den Smalltalk-Meister
Es gibt viele Gelegenheiten für Smalltalks. Ein Plausch mit der Nachbarin, dem Verkäufer oder der Busfahrerin kann den Tag bereichern. Ungeübte können die leichte Konversation bewusst trainieren. Am besten in Wartesituationen beginnen, z.B. an der U-Bahn-Haltestelle oder der Supermarktkasse. Dann den Radius langsam erweitern auf längere, aber zeitlich noch überschaubare Begegnungen, etwa im Flugzeug oder im Taxi. Die Gespräche sollten bewusst ausgewertet werden. Notizen über die Smalltalk-Erlebnisse können helfen, folgende Begegnungen zu verbessern.
Buchtipp:
Elisabeth Bonneau
Erfolgsfaktor Smalltalk
Gräfe und Unzer Verlag, München









