Auftreten
Zu großes Selbstbewusstsein hinderlich
Zu großes Selbstbewusstsein kann die Karriere kosten. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Psychologieprofessorin Astrid Schütz an der Universität Chemnitz, deren Ergebnisse im Frühjahr 2002 vorgestellt wurden. Wer etwa bei Vorstellungsgesprächen zu dick auftrage, könne sich schnell ins Abseits loben, sagt die Wissenschaftlerin, die sich seit 1983 mit Strategien der Selbstdarstellung beschäftigt.
Die Teilnehmer der Studie wurden mit unterschiedlichen Interview-Situationen konfrontiert. Schütz habe während ihrer Untersuchungen festgestellt, dass vor allem Testpersonen mit angekratztem Selbstwertgefühl zu ihren Fehlern stehen. "Menschen mit großem Ego beschreiben sich dagegen in der Öffentlichkeit eher unkritisch. Ihre negativen Seiten kehren sie gern unter den Teppich, sparen jedoch nicht mit Kritik an anderen."
Das Ergebnis der Expertin: "Eine positive Selbstdarstellung hat nicht nur Vorteile." Das gelte auch für Vorstellungsgespräche. Nach ihren Schätzungen erhalten mehr als die Hälfte der zu selbstsicher auftretenden Bewerber deshalb eine Absage. Schütz: "Meine Studie hat gezeigt, dass diese Kandidaten in den ersten Minuten noch viele Pluspunkte sammeln. Im Verlauf des Gesprächs wirken sie jedoch immer unsympathischer."
Es komme viel besser an, wenn der Bewerber andere dazu bringt, ihn zu loben. Untersuchungen haben erwiesen, dass Beurteilungen von Dritten glaubwürdiger wirken als positive Selbstbeschreibung. Dennoch rät die Psychologin, das eigene Licht nicht gleich unter den Scheffel zu stellen. "Wer in einem Vorstellungsgespräch nicht sagt, was er kann, wirkt inkompetent." Am besten sei es, spontan zu wirken, sowie die eigenen Fähigkeiten hervorzuheben. Kleine Fehler sollte sich jeder Bewerber eingestehen.









