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Auftreten

Körpersprache: Die richtigen Signale senden

Schöne Menschen ziehen die Blicke auf sich. Doch Aussehen ist nicht alles. Gerade im Beruf zählen auch Gestik, Mimik und Haltung. Denn die Körpersprache bestimmt die Ausstrahlung eines Menschen - und die ist entscheidend im Umgang mit Kollegen und Geschäftspartnern. Eine hübsche, aber mürrisch blickende Chefin wird nämlich große Probleme haben, Mitarbeiter von ihren Ideen zu überzeugen.

"Die Körpersprache ist ausschlaggebend dafür, welchen Eindruck wir hinterlassen", sagt der Psychologe Alfred Gebert aus Münster. Und dieser ist nach Ansicht des Psychologen kaum mehr rückgängig zu machen: "Die ersten Sekunden sind entscheidend. Wir haben dann ein gewisses Bild vor Augen."

Feinheiten in Mimik, Gestik und Blick sind entscheidend

Für jeden, der sich Erfolg im Beruf wünscht, empfiehlt sich also ein kritischer Blick auf die eigenen Körpersignale. Eine grundsätzliche Regel lautet natürlich: Sich dem Gesprächspartner mit ganzem Körper zuwenden. Aber es gibt noch ganz andere Feinheiten, die es sich lohnt zu beachten:

  • Körperhaltung: Wer aufrecht durch das Leben geht, atmet freier und strahlt Selbstvertrauen aus. Überzeugen wird eine aufrechte Haltung allerdings nur, wenn sie mit lockeren Bewegungen einhergeht. Wer durch die Gegend läuft, als hätte er einen Stock verschluckt, wirkt verkrampft und unspontan.


  • Blickkontakt: Wer seinem Gegenüber ruhig in die Augen schaut, erweckt Vertrauen. Jemand, der hingegen den Blick abwendet, wirkt schüchtern. Es kann auch der Eindruck entstehen, er hätte etwas zu verbergen.

    Ein Blick unter Fremden wird erst registriert, wenn er etwa drei Sekunden anhält. Dauert er allerdings sehr viel länger, wirkt er starr und - bei körperlich geringer Distanz - drohend. Im Gespräch richtet deshalb der Redende die Augen von Zeit zu Zeit zur Seite.

    Ganz im Gegenteil zum Zuhörer: Er schaut den Redenden unverwandt an. Auf diese Weise zeigt er Interesse und ermuntert sein Gegenüber, weiter zu sprechen. Senkt der Zuhörer den Blick, spricht dies für Schüchternheit oder Abgelenktheit.


  • Mimik: Von insgesamt 20 Gesichtsmuskeln stehen allein 17 dem mimischen Ausdruck zur Verfügung. Zur angeborenen Mimik zählen Freude, Ärger, Ekel und Trauer. Viele Menschen, die unter Stress stehen, tragen einen verärgerten und missmutigen Gesichtsausdruck, ohne sich dessen bewusst zu sein.


  • Gestik: Je nach Temperament kommentieren und unterstreichen wir mit den Händen im Gespräch unsere Worte. Kraftvolle und bestimmte Gesten verraten Selbstsicherheit. Nervöse Gesten enthüllen Anspannung und Unsicherheit. Wer Gesten eher vermeidet, wirkt eingeschüchtert. Mediziner wissen zum Beispiel, dass jemand mit einer depressiven Störung kaum noch gestikuliert.

    Ebenso gibt es Verschiedenheiten in der Gestik zwischen Mann und Frau, Erwachsenen und Kindern sowie Unterschiede, die sich aus Status und Rolle einer Person erklären. Es bestehen außerdem kulturelle Varianten: Während man in südlichen Ländern zum Beispiel "mit Händen und Füßen" spricht, sind Mitteleuropäer sehr viel zurückhaltender. Wenn im Ausland die Körpersprache nicht mehr selbstverständlich verstanden wird, fühlt sich der Reisende verwirrt und fremd.


  • Körperdistanz: Am körperlichen Abstand, den zwei Menschen zueinander einnehmen, lässt sich die Art Ihrer Beziehung ablesen. Menschen, die sich bis zu 60 Zentimeter nah sind, sind entweder ein Paar oder einander sehr vertraut. In bestimmten Situationen, in der U-Bahn oder im Fahrstuhl, überschreiten einander fremde Menschen unfreiwillig die Intimzone des anderen. Indem sie den Blickkontakt meiden oder sich wegdrehen, drücken sie ihr Unbehagen aus.


Autor: Springer Medizin
Stand: Jan 22, 2007


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