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Auftreten

So werden Sie toleranter

Toleranz bedeutet, andere Menschen mit all Ihren Eigenheiten und Besonderheiten anzunehmen und zu akzeptieren. Das fördert und erleichtert die allgemeine Kommunikation. Wir sagen Ihnen, wie Sie Ihre Toleranz verbessern können!

Wer seine Mitmenschen in ihrer Andersartigkeit - Anschauung, Sitten, Gewohnheiten, Hautfarbe, Alter, Lebensstil - akzeptiert, ist tolerant. Toleranz ist schwer zu erreichen, weil jeder Mensch zunächst von sich selbst und seinen eigenen Erfahrungen ausgeht. Schon in früher Kindheit werden die Spielregeln einer Gesellschaft gelernt und dann meist für richtig und unumstößlich gehalten.

Da der Mensch jedoch nicht wie ein Tier an Instinkte gebunden ist, kann er seine Lebensweise und Weltanschauung beeinflussen. Er kann sich seine Regeln und Normen des Zusammenlebens selbst wählen. Aus diesem Grund haben sich die vielfältigsten Kulturen und Religionen im Laufe der Geschichte auf der Erde nebeneinander entwickeln und entfalten können. Aber nicht nur die Kulturen sind aufgrund dieser "Instinktfreiheit" unterschiedlich, sondern auch die vielen verschiedenen sozialen Schichten und Altersgruppen entwickeln verschiedene Denk- und Verhaltensweisen. Zum Beispiel entsteht der sogenannte Generationenkonflikt aufgrund mangelnder Toleranz auf beiden Seiten. Die Älteren wollen an Ihren Traditionen festhalten, während die Jüngeren vieles umstürzen und aus ihrer Sicht besser machen wollen.

Mangelnde Toleranz verursacht Streit!

Vater und Sohn diskutieren über den Wehrdienst. Der Sohn versucht seinem Vater klarzumachen, dass er keinen Sinn im Militärdienst sieht und deshalb von seinem Recht Gebrauch machen will, den Militärdienst zu verweigern. Der Vater versteht seinen Sohn nicht, weil er in seiner Jugend den Militärdienst voll akzeptierte. Das war für ihn selbstverständlich. Es kommt zum Streit, weil mangelnde Toleranzbereitschaft emotionale Erregung entfacht. Der Konflikt könnte leicht beigelegt werden, wenn beide Parteien sachlich ihre Argumente durchsprechen würden und jeder für den anderen dadurch mehr Verständnis hätte. Das Verständnis wächst durch sachliche Diskussionen.

Glücklicherweise haben heute viele starre Normen nicht mehr die frühere Bedeutung. Auch viele sexuelle Tabus wurden abgebaut. Die Einstellung zur Homosexualität oder zum vorehelichen Geschlechtsverkehr sind gute Beispiele dafür. Die Fähigkeit zur Toleranz ist jedoch mit einem intakten Selbstvertrauen gekoppelt. Wer unsicher und egoistisch ist, besitzt wenig Toleranz, weil er sich durch andersartige Menschen bedroht fühlt. Mit steigender Selbstsicherheit wächst die Bereitschaft zur Toleranz. Deshalb ist die Stärkung des Selbstbewusstseins der erste Schritt für mehr Toleranz.

Achten Sie auf die Zwischentöne!

Toleranz ist eine hohe Stufe der Persönlichkeitsentwicklung und gilt im Alter als Weisheit. Durch Lebenserfahrung entsteht ein Wissen darum, dass Andersartigkeit etwas ganz Natürliches ist. Diese Erkenntnis erleichtert tolerantes Verhalten. In Diskussionen können Sie Toleranz und Intoleranz leicht beobachten. Intolerante Menschen neigen zu Äußerungen wie: "Das war immer so, das wird auch so bleiben!" oder "Dazu bist du zu jung (zu alt, zu dumm, zu arm)!".

Der Intolerante sieht nur schwarz und weiß. Die vielen Zwischentöne will er nicht hören. Gewöhnen Sie sich deshalb an, gerade auf die Zwischentöne zu achten. Bewerten Sie Menschen und Sachverhalte nicht nur nach den Kriterien von richtig und falsch, sondern machen Sie sich klar, dass manches richtig und manches falsch sein kann. Auf diese Weise bekommen Sie ein realistischeres Bild von der Wirklichkeit.

Toleranzfördernde Maßnahmen

Und das können Sie außerdem noch tun, um Ihre Toleranz zu steigern:

1. Jeder Mensch hat ein Recht, seine persönliche Meinung zu äußern. Versuchen Sie zunächst einmal zuzuhören und Äußerungen anderer überhaupt richtig zu verstehen.

2. Viele Normen, die früher ihren Sinn hatten, haben diesen heute verloren. Sehen Sie deshalb Normen und Spielregeln des Zusammenlebens im Licht ihrer Relativität.

3. Machen Sie sich von Vorurteilen frei, denn sie erschweren die Toleranz. Lesen Sie den Beratungsteil zur Menschenkenntnis.

4. Menschenliebe und Toleranz gehören zusammen; wer anderen Menschen Wertschätzung und Achtung entgegenbringt, tut sich mit der Toleranz in der Regel leichter.

5. Gehen Sie niemals davon aus, dass Ihre Ansichten allgemein gültig sind. Seien Sie statt dessen offen für neue Anregungen und Denkimpulse, die auch für Sie eine Bereicherung sein können.

6. Toleranz hält Sie psychisch gesund, weil Ihnen Aufregungen und Ärger erspart bleiben.

7. Wenn jemand Ihrer Meinung nach Unsinn erzählt, sollten Sie auch das tolerieren. Jeder kann sich irren, es besteht kein Grund, ihn deswegen zu verurteilen, selbst wenn er auf dem Unsinn weiterhin beharren sollte.

8. Toleranz fördert den Kontakt, weil sich die Mitmenschen von Ihnen akzeptiert fühlen. Sobald Sie das einmal bewusst erlebt haben, fällt Ihnen Toleranz in Zukunft bestimmt leichter.

9. Wenn Sie feststellen, dass Sie etwas total ablehnen, dann forschen Sie auch einmal nach, ob Sie vielleicht aus tieferliegenden Gründen Angst davor haben. Ihre Angst kann überwunden werden, wenn Sie die Ursache kennen und sich damit beschäftigen.

10. Machen Sie sich klar, dass Sie nicht von einem Tag zum anderen ein toleranterer Mensch werden können. Dazu ist ein längerer Lern- und Erfahrungsprozess erforderlich.


Autor: Springer Medizin
Stand: Sep 28, 2007


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